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nachts Gedanken

Mir ist ein bisschen die Lust am bloggen vergangen. Da wird Toten Sontag geschrieben. Ist der Sonntag tot? Oder es wird die Liebe Name (nehmt jeden Frauennamen) gegrüßt! Hat die Liebe plötzlich einen Namen oder meint die Schreiber:in die Person dahinter? Oder es wird in Abkürzungen geschrieben, die nur sehr eingeweihte Personen verstehen. Mde! Oder der Personennahverkehr wird als Personen – Nah – Verkehr bezeichnet. Was soll das heißen? Die Personen sind nah und der Verkehr ist fern?

Deutsch ist eine sehr präzise Sprache und wird so verhunzt. Nicht jedes Bandwurmwort ist schön! Ein Satz endet mit einem Satzzeichen und davor kommt auf keinen Fall ein Leerzeichen, auch wenn es ausgerufen ist!

Mir blutet mein Schriftsetzerherz und das, der Leserin. Es heißt nicht, dass ich keine Fäler mache – irren ist menschlich.

Bloggen soll Spaß machen. Auch mir, als Schreiberin. Tut es gerade nicht wirklich. Dennoch mache ich weiter. Aus Routine. Vielleicht auch aus Pflichtbewusstsein. Möglicherweise bin ich zu ernsthaft, habe zu wenig Humor, bin eventuell zu besserwisserisch und bediene ein absolutes Nischenpublikum. Boulevard liegt mir nicht. Hier gibt es keinen Klatsch – müde bin ich, traurig sowieso, Mutig immer! November ist nicht mein Monat! Aber welcher ist das schon?

Allerseelen ist November

Allerheiligen

Aller Heiligen gedenken wir
Aller, die gestorben sind
Aller, die durch Jesus Christus den Tod überwunden haben
Aller, die uns heilig sind
Aller Vergänglichkeit

Allerheiligen
Der Tag nach dem Reformationstag
Der Tag vor Allerseelen
Der Tag an dem wir Kerzen anzünden
Der erste Tag im November

Allerheiligstes ist dort
Wo wir unsere Schätze aufbewahren
Unsere kostbarsten Güter
Unsere liebsten und schlimmsten Gedanken
Dort liegt die Thora und die Reliquien

Wir gedenken der Menschen
Der Lebenden und der Toten

Der Ewigkeitssonntag ist später
— wie die Ewigkeit.

Amen

©petra ulbrich

… übrigens ist der gesprochene Text nicht mit dem Gedicht identisch!

zu viel?

Man muss stark sein, wenn man etwas verändern will. Doch stärker muss man sein, wenn man akzeptieren muss, wie es ist, oder warten muss, bis es vorüber ist.

Es ist viel, ist es zu viel, was passiert? Dieses Jahr ist nicht anders, als andere und dennoch habe ich das Gefühl, ich bin mehr am Ende, als am Anfang!

Was nützt es mir, wenn alle mich bedauern und mir freundlich zureden und sagen, was für eine starke Frau ich doch bin? Schlussendlich bin ich allein. Auch jetzt wieder, da wir kein warmes Haus haben und die Pastorenfreundin, als es ihr hier zu kalt wurde, ohne ein Wort des Bedauerns in ihre warme Wohnung verschwand. Ich nehme es ihr nicht übel, sie kann nicht helfen. Im Grunde genommen, kann niemand wirklich allumfassend helfen. Und dann ist das Hilfsangebot einfach wunderbar. In dem ein befreundetes Paar uns einen elektrischen Heizkörper vorbeibringt. Einfach so. Ohne etwas dafür haben zu wollen. Wärme vorbeibringen. Ohne viele Worte. Aufmerksamkeit. Mitgefühl. Schön. Danke!

Im Keller die kahlen abgeschlagenen Wände, die noch feuchten Stellen an den Möbeln und im Wohnbereich Heizlüfter. Frierende Junioren. Und ich habe ein schlechtes Gewissen. Der Kerle liegt im Bett und ist lange noch nicht fit. Immer noch und lange noch unterernährt. Das Töchting isst aus Solidarität auch nicht gut. Beide trinken viel zu wenig und ich, ich zermartere mir das Hirn, wie ich alles in Griff bekomme, ohne selbst vor die Hunde zu gehen. Keiner kann mir meine Gedanken abnehmen, keiner sie denken. Niemand weiß wirklich, wie stark ich bin und wie verzweifelt. Corona tut sein bestes! Lässt die Menschen von den Menschen weichen, aber auch zusammenführen. In der organisierten Freizeit läuft es. Im Alltag auch. Doch es gibt eine Zwischenwelt und da schwebe ich am seidenen Faden überm Abgrund…

… ich wünsche mir ein Netz und jemanden, der oder die es mit mir webt!

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