Wenn alles beliebig wird, ist es selbstverständlich – oder? Gar nichts ist selbstverständlich, erst recht nicht das Leben. Ich denke da gerade an G., der seine Frau pflegt, ver- und umsorgt und selbstverständlich sich dabei vergisst und vor die Hunde geht!
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machen wir das so
Heute Morgen sehe ich auch wieder das Kreuz nicht, das auf dem Staufenberg steht. Wieder graue Suppe, aber diesmal kein nasses Bett. Dennoch Wäscheberge in der Waschküche. Im Akkord muss Minna arbeiten. Karl, der Trockner hat Mühe, nachzukommen.
Einen Scheiß habe ich heute Nacht geträumt. Von grünen Kindern, die in den Kreis gestellt werden und deswegen den Gig nicht mitmachen können. Vom vermeintlichen Mörder, der ins Kurvenhaus gedrängt wurde und sich seine blutende Hand ableckt, bis er merkt, dass das gar nicht seine ist. Am Straßenrain blühen Narzissen und Osterglocken und eine Dame sucht ihren Diamantring. Mein Eisenring um die Brust schnürt zu und ich such mir schon in Gedanken die Worte zusammen, die ich dem Notarzt sage.
Der Sonntagswecker klingelt – hab ihn vergessen auszuschalten und trink jetzt erst einmal meinen zweiten Kaffee.☕️
Samstag | fauler Tag
Inzwischen sind beide Betten nass. Es ist Mittag. Die Morgenverköstigung ist lange vorbei. Die faule Bande mag im Bett bleiben. Mein Pragmatismus siegt, die Junioren haben saubere frische Wäsche an, die Oberdecke ist umgedreht – es stinkt zwar, aber shit Happens – sonst alles in trockenen Tüchern!
Jetzt nicht mehr. Jetzt deckt eine Decke die Pipi zu. Ist das falsch? Darf ich überhaupt einmal nicht das komplette Bett ab und wieder beziehen. Ich meine ja. Solange alle Beteiligten zufrieden sind, ist das völlig in Ordnung. Lieber als Stress und Geschrei, sind mir lachende fröhliche Menschen – Gestank hin oder her.