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Metamorphose

um zu erscheinen in neuer Gestalt
nicht immer erwünscht

weil das Alte so praktisch
und unhinterfragt ist

weil’s bequem war

das Neue macht Angst
birgt aber auch Hoffnung
– auf Veränderungen

© petra ulbrich

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Sollte mal wieder einen Hinweis geben: Der Dienstag dichtet!  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Dienstag ist Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen!

30 Dinge

Zähle 30 Dinge auf, die dich glücklich machen.

Verdammt nicht einfach!

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  1. meine Kinder und das sind eigentlich auch schon zwei Dinge
  2. meine Zähigkeit, weil ich nicht klein bei gebe – niemals
  3. dass ich schreiben kann und denken, auch wenn’s mit der Fantasie manchmal hapert
  4. nächtliche Spaziergänge, wenn die liebsten Menschen schlafen
  5. spielen können – sowohl allein, als auch mit anderen Menschen
  6. verstanden werden, auch ohne viele Worte. Es braucht nicht immer große Worte. Manchmal reicht ein einziges.
  7. Kaffee
  8. auch Omas Milchreis, den ich selbst nie so hinbekommen werde, doch der Gedanke allein reicht schon aus und ein Lächeln huscht
  9. mein Zynismus, den ich nicht erklären will. Wer ihn nicht versteht, hat eben Pech gehabt.
  10. meine abgrundtiefe Ehrlichkeit – aber das ist eigentlich Stolz
  11. dass ich allein sein kann und dabei keine Langeweile aufkommt
  12. ein Tag am Meer – doch das ist Sehnsucht
  13. des Kerles Charme
  14. und des Töchtings Schalk. Diese beiden Dinge gehören viel weiter an die Spitze
  15. mein Revoluzzertum – ja, das Wort gibt es nicht, ich weiß
  16. zu wissen, dass ich stark bin und Schwäche zeigen kann
  17. schlafen zu können, auch mit Sorgen
  18. Bilder um mich herum, nicht viele
  19. eine aufgeräumte Wohnung
  20. die wenigen Freunde mit noch weniger Zeit – dann aber voll und ganz da
  21. neue zarte, sich anbahnende Freundschaften. Noch durchsichtig und hinterm Schleier
  22. Komplimente, ehrliche, nicht für mein Äußeres
  23. gesehen werden und sehen können
  24. fit zu sein und nicht so krank, wie Altersgenossinnen
  25. meine Disziplin, auch wenn es einige Menschen nervt
  26. Spontanität beweisen können und dadurch verblüffen
  27. mein alter Teddy und der neue
  28. meine Kreativität und der selbstgemachte Schmuck. Ich liebe edlen Tand
  29. ich mach mich glücklich
  30. manchmal 

… gefunden bei Izzy und ich dank dir dafür.

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War gar nicht so schwer – hab die Liebe vergessen. Die zu meinem Mann, auch wenn er schon tot ist. Die für meine Kinder ist sowieso grenzenlos und die für mich werde ich wiederfinden. Sie ist ein bisschen verrückt – hinterm Mond oder Vorhang oder im Schrank?

ob‘s interessiert

Ehrlich, wir – da schließe ich die Junioren mit ein – sind gerade so erschossen, da interessiert es mich nicht, ob‘s interessiert! 

Wie angekündigt waren wir in der Uniklinik Tübingen. Fahrzeit für eine Strecke eineinhalb Stunden. Universitätskliniken sind ein Moloch und man kann sich sehr gut verlaufen. Wenn aber noch nicht einmal die Menschen an der Information wissen, wo das Zentrum für seltene Erkrankungen ist, dann ist das traurig. Wir haben es schlussendlich gefunden und sind dann 3einhalb Stunden nicht wieder aus dem Untersuchungszimmer herausgekommen. Die Ärztin (jetzt verlinke ich noch einmal den Beitrag vom letzten Jahr) ist so menschlich und einfühlsam, die Humangenetiker*innen (gleich zu zweit) sind es ebenfalls und haben großes Interesse an der Behinderung der Junioren – was aber viel mehr zählt, auch großes Interesse an deren Persönlichkeit. 

Wir haben die Forschungsergebnisse erfahren dürfen – leider sehr dürftig und im Prinzip tappen sie noch immer im Dunklen. Sie haben aber wenigsten einen Verdacht. Meine Kinder sind einmalig auf der ganzen Welt! 

Der Kerle hat alle charmant um den Finger gewickelt. Hat seinen Arm ausgestreckt und sich tapfer Blut abzapfen lassen, ohne auch nur einmal mit der Wimper zu zucken. Nebenbei erzählte er, erzählte und erzählte. Fragte, warum sie so viel Blut brauchen und hörte aufmerksam zu. 

Das Töchting lies sich auch Blut abnehmen – unter zetern zwar, aber bereitwillig. 

…und dann wollten sie eine Hautstanze – ich weiß, das heißt Biopsie  – aus dem Oberschenkel beider Junioren. Carsten hat keinen Mucks gemacht. Menno, ich bewundere diesen kleinen Mann! Wiebke ist schier gestorben. Zwei Frauen haben sie festgehalten, schon für die Betäubungsspritze und als dann die nette Ärztin stanzte – es ist eine tiefe Wunde, wäre mein Töchting sehr gerne von der Bank gehüpft.  Die Humangenetiker*innen brauchen das für weitere Untersuchungen!

Genauso schnell, wie Wiebke auf 180 war, war sie wieder unten und hat gleich gelacht. Alle anderen Untersuchungen waren danach völlig easy. 

Ich bin fertig und heilfroh, das alles nicht alleine gemacht zu haben. Eine gute Freundin war dabei. Beruhigend, tröstend, still und dennoch sehr präsent. Dankeschön!

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Ich lese das jetzt nicht noch einmal durch. Nennt es Kuddelmuddel. Fazit ist: wir wissen immer noch nicht welche Behinderung die Junioren haben, hatten aber einen wunderbaren, guten, wenn auch sehr anstrengenden wertgeschätzten Tag!

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