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Zeit für das schwarze Kleid

Es steht mir gut, nur mag ich die schwarze Strumpfhose dazu nicht!

„Die Einschläge kommen näher!“ Das hat MamS vor Jahren gesagt, bei ihm hat es ja schon eingeschlagen. Jetzt hat es einen Freund getroffen! Ich mag nicht, werde aber sehr gerne und mit großer Hochachtung zur letzten Feier gehen. Werde Abschied nehmen und demutsvoll das Leben feiern.

Die Junioren wollen vom Tod nichts mehr wissen. „Mama es nervt, lass mich in Ruhe!“ Wiebke ist schonungslos und Carsten verzieht sich hinter sein Tablet. Mich berührt es sehr. Je älter ich werde, umso mehr pocht unser aller Endlichkeit an die Tür. Die letzte Ballonblume blüht. Die ersten Blätter fallen. Die Weinlese ist im vollen Gange. Morgens perlen die Spinnweben. Manche Jacke wird in der Werkstatt vergessen, weil es mittags doch wieder warm ist. Abends flackern die ersten Kerzen und ich denke wieder einmal zu spät dran Holz für den Kamin zu bestellen. Noch sind die Sofa nicht umgestellt und wir gucken und lassen uns begucken…

Herbst wird´s – sowohl, als auch!

schlechtes Gewissen

Nein, es ist nicht logisch und auch nicht rational und schon gar nicht nicht notwendig, ich habe es trotzdem – das schlechte Gewissen!

Auch wenn mir jeder sagt, dass es völlig unnötig ist, eins zu haben. Wenn ihr auf mich einredet – egal wie – mein schlechtes Gewissen könnt ihr mir nicht ausreden. Versucht es erst gar nicht! Dieser bescheuerte Helfernotstand – mal einen ganzen Tag jemanden haben, wäre so schön, dann könnten wir einmal wieder schwimmen gehen – dieser Helfernotstand hat erheblich etwas mit meinem schlechten Gewissen zu tun…

genug gemeckert

Nein, ich habe keine Lust zu meutern – wenn es denn wenigstens meutern wäre, dann würde ich was tun! Ich will nicht mehr wehklagen und mich selber bemitleiden. Mir geht dies ganze Negativgetue auf den Keks. Wie es ist, ist es nun mal. Was nicht heißt, dass es nicht zu ändern ist. Aber solange ich den Kopf in den Sand stecke, habe ich ihn nicht frei…

Gut, ich habe unsere Windelfrage geklärt. Aber das ist doch nur ein kleiner Teil meiner täglichen Aufgaben. Vielleicht stellt ihr euch zwei Kinder vor – eins in der Trotzphase eines Dreijährigen und eins in der Diskussionsphase eines elfeinhalbjährigen – jeden Morgen, ohne Ausnahme, nur am Wochenende etwas entzerrt. Und stellt euch das mal vor, dass das seit ca. 35 Jahren so ist. Ich stehe auf und weiß, was mich ungefähr erwartet – und doch ist es täglich neu. So weit, so gut! Das stört mich auch gar nicht, damit kann ich mehr oder weniger souverän umgehen. Dieser Meckerpunkt sollte eigentlich wegfallen.

Mich aufregen tue ich mich über einzelne Punkte, mich nerven Kleinigkeiten, ich meutere über die Parkplatzsituation und verstehe nicht, dass Nachbarn – die unsere Lage ja kennen – den Eckparkplatz belegen. Die Gemeinde hat leider noch nicht den Platz als Behindertenparkplatz ausgewiesen. Es sind die Kleinigkeiten, die zusammen die Masse machen und das macht mürbe. Ich sollte nicht das Ganze sehen, sagen manche Leute. Ich sollte das Ganze sehen, sagen wieder andere. Recht haben sie beide und abnehmen tut mir das dennoch niemand. Nein, nein, nein, ich bin nicht völlig alleine, ich habe jede Solidarität, jede Hochachtung, sogar Bewunderung und trotzdem gibt es Dinge, die bei anderen kein Problem – bei mir aber ein großes sind. 

Ich gehe jetzt noch mal ins Bett. Einfach so. Weil ich es kann. ….und weil ich dann nicht meckern, motzen, mich aufregen, echauffieren, klagen und so weiter kann. Außerdem macht schlafen schlank!

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