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Wintertag ohne Schnee

Kalt ist es. Den Junioren viel zu kalt und mir auch. Sehr gerne würde ich mich einfach in mein Bett legen, mir die Decke über den Kopf ziehen und schlafen. Nebenbei Podcast hören, eventuell Minna bitten, mir etwas zum Trinken zu bringen und nur aufstehen, wenn es unbedingt nötig ist.

Stattdessen bin ich um halb sechs aus den Federn geschlüpft und hab mein Tagwerk begonnen. Morgenroutine, mit Junioren anziehen etc. pp. Wiebke habe ich gerade noch vor dem Ertrinken gerettet – wäre ich zwei Minuten später gekommen, das Bett wäre pitschnass gewesen.

„Winter ist blöd. Da muss man so viel anziehen!“, greint Carsten und das Töchting weigert sich eine Mütze aufzusetzen. Zum einen hat sie Angst, dass ihr schöner Zopf verwuschelt und zum andern kratzt – meint sie – ihre feine Angoramütze. Es bewahrheitet sich einmal wieder der Spruch: Wer schön sein will, muss leiden!

Die Straßen sind glatt. Ich lasse das Auto stehen, gehe zu Fuß zum Zahnarzt und zeig ihm meine schmerzende Zunge. „Sie haben eine klassische Landkartenzunge, machen kann man da wenig.“ Wusste ich schon, hat mir mal ein Zahnarzt gesagt, da war ich sechzehn, er fand es interessant, ich nur lästig. Momentan schmerzt die Zungenspitze, es brennt höllisch. Hat wohl auch was mit der juckenden Nase und dem Kopf zu tun. 

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Halb zwölf Uhr Mittag: Rechts neben mir liegt ein Buch und links vor mir ein Berg Wäsche, der zusammengelegt werden muss, mein Magen knurrt und Durst habe ich auch. Ich kann/will mich nicht entscheiden und mache die Augen zu, greife mir die alte Kuscheldecke und penne eine Runde …

Niemand

Ich mag ihn – Gisbert zu Knyphausen – und manchmal höre ich tatsächlich nur deutsche Lieder.

Heute Morgen ist mir danach. Carsten hat Dünnschiss und Wiebke schlechte Laune, weil der Plapperhamster keine Batterien mehr hat. Mir juckt inzwischen nicht nur die Nase, sondern der ganze Kopfbereich, Ellenbeuge und Kniekehle. Dass es eine Allergie auf irgendwas ist, haben wir (der Doc und ich) rausgefunden. Aber was?

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Beim Fest habe ich gemerkt, niemand will mit mir tauschen. Selbstverständlich bekomme ich große Hochachtung, das freut mich außerordentlich und hat mich aufgebaut. Mit diesem Elan stürze ich mich jetzt ins Tagesgeschehen …

das Geschenk

Es war einmal ein Schüler, der seiner Lehrerin eine wundervolle Muscheln schenkte.

Sie sagte: „Ich habe noch nie eine solche schöne Muschel gesehen! Wo hast du diese kostbare Muschel denn gefunden?“

Der Junge erzählte von einer versteckten Stelle am anderen Ende der Insel und dass dort hin und wieder solche eine Muschel angeschwemmt werden würde.

„Ich werde diese wundervolle Muschel mein Leben lang aufbewahren und ich danke dir von Herzen. Aber du hättest doch keinen so weiten Weg machen sollen, nur um mir etwas zu schenken.“

Darauf antwortete der Junge: „Aber der weite Weg ist doch ein Teil des Geschenks!“

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