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2 Jahre

Auf diesen Bildern war ich ungefähr 2 Jahre alt!

Ein Minifotoalbum habe ich. Meistens hat die Fotos ein Bruder meiner Mutter gemacht. Ich war nur phasenweise ein fröhliches Kind, habe viel auf der Treppe vor der Haustür gesessen und den anderen Kindern beim spielen zugeguckt! Diese Puppe gibt es noch – ich hoffe sehr, sie kommt auch zu mir.  Später hatte ich eine Puppe mit langen dunklen Haaren. Irgendjemand hat lange gespart, um sie mir schenken zu können. Eines Tages war die Puppe verschwunden und mit ihr eine Kinderschere. Ich hatte plötzlich einen schiefen Pony und meine Oma ahnte schon etwas!

„Sag mal Kind, wolltest du Friseur spielen?“ Da habe ich ihr die Puppe gezeigt. Ich hatte sie unter ein großes Kissen auf dem Küchensofa versteckt – zusammen mit meinen, den Puppenhaaren und dem Tatwerkzeug.

Mittelohrentzündung

Die Rollstuhlfrage hat sich relativ schnell geklärt. Bald, sehr bald wird der Kerle besser sitzen und nicht mehr abends sein Gesicht verziehen und über Rückenschmerzen klagen. Lang genug hat es gedauert. Aber was lange währt, wird auch irgendwann einmal gut.

Das Töchting ist schon geraume Zeit weinerlich und fasst sich ständig ans Ohr. So habe ich sie einfach aus der Lebenswerkstatt zum Doc gebracht. Lange, lange Wartezeit! Doch als er Wiebke endlich untersuchte, meinte er nur: „Es muss, es tut höllisch weh – Wiebke hat Mittelohrentzündung! Und du, du hast eine ausgewachsene Angina. Sag mal, tut dir der Hals gar nicht weh?“ Jaaaaaa, doch!

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Auf der Straße fahren die Trecker mit ihren langen Anhängern vorbei und liefern Trauben in der Kelter ab. Ein reger Verkehr und die Fruchtfliegenpopulation ist gewaltig in die Höhe geschnellt. Most gibt es keinen und den ersten jungen Wein hatte ich letzte Woche schon …

zu früh und doch schon so spät

Meine Kreativität liegt brach. Ich versuche zwar zu dichten und zu schneiden, aber es kommt nichts gescheites dabei heraus. Ich bremse mich selber aus und werde von den Umständen blockiert. Meine rechte Schulter ist es ebenfalls. Ich habe Sehnsucht nach Meer! Carsten auch – und ich möchte sie ihm erfüllen. Ich ertappe mich und lese Reiseprospekte, von denen ich weiß, dass wir sie niemals angehen können. Zum einen ist es unerschwinglich und zum anderen müsste ich zusätzlich eine Begleitung finanzieren und das macht es utopisch!

Ich will hier raus! Fühle mich gefangen. Eingesperrt – besonders morgens um sechs, wenn ich in zwanzig Minuten das Wasser in die Badewanne einlaufen lassen muss. Heute wird wieder ein Tag der Rollstühle werden. Funktionalität scheint das Schlagwort dieses Freitag zu sein. Dabei wäre ich gerne auf der Straße – so wie früher, als ich in Brockdorf demonstriert habe – heute ist der Klimatag. Friday for Future! Und ich sitze dickfellig daheim auf dem Sofa.

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