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Stress

Die Maler sind da, streichen die Hausfassade und machen ganz einfach ihre Arbeit. 
Ich bin innerlich am Beben. Mich stresst allein die Anwesenheit. Ich kann mich in meinem eigenen Umfeld nicht frei bewegen, ich fühle mich beobachtet – nein, das tun sie nicht. Dazu haben sie gar keine Zeit, sie schaffen (wie man im Schwabenland so sagt). Mir macht ihr Dasein körperliche Symptome. Ich werde unruhig, bekomme hohen Puls, knibbele an meiner Nagelhaut herum und schramme haarscharf an einer Panikattacke vorbei. Allein weil andere fremde Menschen mir vermeintlich zu nahe kommen.

Ein typisches (ist es das?) autistisches Problem. Ein wahrliches Schietproblem. Ich kann’s benennen und nicht abstellen. Ich bin in Habachtstellung, bis sie wieder weg sind, kann/werde ich mich in meinen eigenen vier Wänden nicht ungezwungen verhalten. Ojemine, wie ich das manchmal hasse. Rein kognitiv weiß ich, dass keine Gefahr lauert. Emotional stehe ich hochgradig unter Strom!

Lucy und die anderen

Ich mag die Peanuts, ich mag besonders Lucy van Pelt. Ein bisschen bin ich wie sie. Graphic Novel heißt so etwas heutzutage. Comic hieß das früher. Philosophisch war und ist das immer schon gewesen und wenn Lucy, Schroeder anschmachtet und der sie abschmettert und sie sagt: „Niemand liebt mich!“, dann erkenne ich ihre Traurigkeit in mir. Aber auch ihre Arroganz und ihre Hilfsbereitschaft sehe ich. Nicht umsonst war lange mein Maskottchen ein Lucypüppchen. Wenn Woodstock um die Köpfe fliegt, dann ist die Leichtigkeit da, die ich so dringend brauche.

Bei uns in der Zeitung ist jeden Tag ein Cartoon von Charles M. Schulz, und wenn ich diese ausschneiden und sammeln würde, hätte ich ein tolles Lesebuch. Ja genau, ich werde es tun – denn ich mag sie, die Peanuts. Aber das habe ich ja schon geschrieben. Und Lucy? Ja, Lucy auch!

Schlagertext

Aufrecht geh‘n - klick drauf

Also dann adieu
Ich mach′ dir keine Szene
Dreh‘ dich um und geh′
Dein Mitleid brauch‘ ich nicht

Vielleicht bin ich verzweifelt
Vielleicht geht es mir schlecht
Doch du wirst sehn
Jetzt werde ich erst recht

Aufrecht geh’n
Aufrecht geh′n
Ich habe endlich gelernt wenn ich fall
Aufzustehn

Mit Stolz in meinen Augen
Und trotz Tränen im Gesicht
Aufrecht geh′n durch die Nacht ins Licht

Wenn du wiederkommst
Ich weiß das kann schon bald sein
Ist es ganz umsonst
Ich warte nicht auf dich

Und wenn wir uns begegnen
Schau ich kaum hin zu dir
Und wenn ich schwach werd‘
Sag ich streng zu mir

Aufrecht geh′n
Aufrecht geh’n
Ich habe endlich gelernt wenn ich fall
Aufzustehn

Mit Stolz in meinen Augen
Und trotz Tränen im Gesicht
Aufrecht geh′n durch die Nacht ins Licht

Noch ist mein Schweigen etwas bitter
Und noch klingt auch mein Lachen etwas schrill
Noch sind in meiner Seele Splitter
Noch sehe ich kein Ziel jedoch ich will

Aufrecht geh’n
Aufrecht geh′n
Ich habe endlich gelernt wenn ich fall
Aufzustehn

Mit Stolz in meinen Augen
Und trotz Tränen im Gesicht
Aufrecht geh’n durch die Nacht ins Licht

1984 von Michael Kunze, Michael Reinecke Lyrics gesungen von Mary Roos

[Einklappen]

Ist zwar ein alter Schlager und ziemlich sentimental, aber es stimmt dennoch: Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten und weitergehen. Aufrecht und nicht kriechen – wenn, dann mit Würde! Möglichst noch schön anziehen, schminken, Lippen cochenillerot anmalen, ein Lächeln auf dem Gesicht und keinesfalls öffentlich zeigen, in welchem Verbau man lebt!

Ein bisschen ist dieser Beitrag Izzy gewidmet, aber auch jedem der/die es gerade nicht so leicht hat.

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