Kuddelmuddel

kein Wecker klingelt

Alles ruhig, nur der Nachbarhund kläfft. Er hat sich mit seiner dünnen Leine in den Schubkarren der Gartenarbeiter verfangen. Ich habe ihn befreit. Er guckt mich fragend an, als wollte er wissen, warum ausgerechnet da die komischen Ungetüme stehen. Kurz darauf ein Getöse das Tote aufwecken könnte. Der Hund hat sich noch einmal neugierig vorgewagt und das fragile Gebilde zweier Karren umgeworfen. Jetzt hat er sich an einem Ast verfangen. Sein Herrchen motzt und befreit ihn. Mir bleibt das aufräumen.

Carsten hebt den Kopf, knurrt ein wenig unverständliches Zeugs und legt sich nieder. Wiebke zieht sich – als ich in ihr Zimmer guckte – lediglich die dünne Bettdecke über den Kopf und schläft weiter. Zum Glück.

Unser Gartenigel schläft bestimmt auch – wenn er nicht geflüchtet ist. Aber ich habe ihn zum Sonnenaufgang gesehen, ich muss nur drauf achten, dass ich ihm wieder Unterschlupf gewähre und lauschige Ecken schaffe. Einen gewachsenen Garten kann ich ihm leider nicht bieten. Unseren Eichhörnchen geht das alles nichts an – sie haben woanders noch einen Kobel und werden wieder kommen, wenn der Tumult vorbei ist. 

Tiere sind schon toll! Die Junioren hätten so gerne einen Hund. Im Nachbardorf gab es mal eine Frau, die Pudel zu Therapiehunden ausbildete – ob es sie noch gibt? Carsten täte so ein Tier sehr gut. Aber ein ausgebildeter Therapiehund kostet viel Geld, das wir nicht haben und Zeit, die ich zum Gassigehen aufbringen muss, die ich nicht bedingungslos habe. Traurig ist das, denn wenn MamS noch lebte, hätten wir längst einen.

Hätte, wäre, wenn – es ist müßig…

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*-  In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

8 Gedanken zu „kein Wecker klingelt“

  1. gerda kazakou sagt:

    Wir haben einen Hund, schon seit über zwölf Jahren, als wir ihn im Nachbargrundstück fanden, teilt er unser Leben. Er ist eine große Freude, aber auch eine große Verantwortung, denn erwachsen wird so ein Tier eigentlich nie, nur älter. Und wir sind sehr angebunden, müssen unser Leben auf ihn einstellen.

  2. mijonisreise sagt:

    Gelesen …

  3. B sagt:

    Vielleicht kennst du jemanden mit einem Golden Retriever. Diese Hunde haben ein sehr gutes Gespür. Er könnte ab und zu zu Besuch kommen. Sie sind von Natur aus ruhiger, wenn sie ihr Teenager Alter hinter sich haben.

    1. piri ulbrich sagt:

      Nein, kenn ich leider nicht. Meine kleine Schwester hatte einen Labrador – die dunkle Variante!

      1. B sagt:

        Die sind auch klasse.

  4. christine b sagt:

    es gibt besuchshunde in altenheimen, psychiatrien, krankenhäusern…..ob es sowas auch in eurer gegend gibt? wäre so schön, wenn ihr ab und zu vierbeinerbesuch haben könntet.
    das habe ich in google gefunden, wäre das vielleicht was für deine tierliebenden junioren?
    https://www.besuchshunde-heilbronn.de/

    1. piri ulbrich sagt:

      Das mit den Besuchshunden finde ich klasse – ich werde mich mal mit den Verantwortlichen in Verbindung setzen.

  5. christine b sagt:

    ich wünsche es euch so, dass sie kommen!

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