Kategorie: Junioren

gestern heute morgen

Gestern verheulte Augen, heute ein verquollenes Gesicht und morgen bestimmt einen, wenn auch kleinen, Pickel auf der Nase. 

Wir waren nicht draußen, wir sind nicht raus gekommen – einer war am Wochenende immer unpässlich. Wiebkes blaue Lippen und die schlechte Sauerstoffsättigung macht mir Sorge. Das Töchting ist quengelig. Sehr unruhig rollt sie in der Wohnung herum, rummst da an die Tür und dort sehr unkonzentriert an die Einbaukommode mit den Schuhen drin. Ihre Stimme ist weinerlich, aber beunruhigend ist ihr Zustand nicht – ich habe beim Patiententelefon unserer Krankenkasse angerufen. Die nette Krankenschwester hat mir erklärt, dass Pulsoximeter an kalten Fingern – und das Töchting hat extrem kalte Finger – dass dann die Messung ungenau ist, weil die mangelnde Durchblutung der Haut falsche Werte liefert. Dennoch geht‘s Wiebke nicht gut! Sie isst nicht, trinkt noch schlechter als sonst und will nicht und will doch und mag Schokolade, aber Gummibärchen sind besser.

Der Kerle hat gute Laune. Wie macht er das nur immer? Er ist zufrieden und hat so gar keine Lust irgendwas zu tun. Chillen, Musik hören (in voller Lautstärke) und Salzstängelchen futtern …

Sonntagspätnachmittag

wie soll die Überschrift nur heißen?

Außerdem weiß ich auch gar nicht, wie ich anfangen soll. Wir brauchen Menschen, Menschen, die etwas mit uns unternehmen  – wollen oder können. Wir suchen Helfer*innen! Allein im letzten Dreivierteljahr sind uns vier Menschen abgesprungen. Ich gebe zu, dass ich bei einer Helferin nicht fair war, aber sie war sehr langsam und unsicher – ich war für sie zu schnell. Vielleicht auch zu unkonventionell, jedenfalls sind wir ziemlich aneinandergerasselt. Eine andere Helferin ist inzwischen viel zu alt geworden, sie traut sich das nicht mehr zu und ist jetzt auch ins betreute Wohnen gezogen. Eine junge Frau macht ein Sabatical und wird sich vermutlich anderweitig orientieren. Und der tolle Jugendreferent aus dem Nachbardorf ist weggezogen .

Wir brauchen dringend neue Helfer*innen!

Alles, was ich bisher unternommen habe, war nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Auf mein Plakat hat sich niemand gemeldet. Eine Anfrage beim örtlichen Bürgerverein hat etwas gefruchtet, eine tolle Frau hat sich gemeldet – sie kann leider nicht regelmäßig kommen.  Aber genau das wünsche ich mir für die Junioren und mich. Regelmäßigkeit, Verlässlichkeit, Planbarkeit!

Heute sitze ich hier und habe Bauchschmerzen. Wir haben Gelder zur Verfügung und können es nicht ausgeben, weil sie gebunden sind. Es ist nicht mein alleiniges Problem. Es ist ein gesellschaftliches, denn an ehrenamtlichen Mitarbeitern fehlt es an allen Ecken und Kanten. Hauptamtliche Helfer kann ich mit dem Geld nicht bezahlen und will diese auch nicht, denn sie sind an Zeiten gebunden. Dass ich hier im Blog Helfer*innen finde, erwarte ich nicht, dazu sind wir alle viel zu verstreut. Ich möchte nur klarmachen, dass es für pflegende Angehörige eine zusätzliche Belastung ist, auch noch immer und immer wieder auf der Suche zu sein. Ich kenne einige Familien, denen es auch so ergeht. Sie pflegen aufopferungsvoll ihre behinderten Kinder, sie finden niemanden. Ich bin verzweifelt. Seit drei Tagen sitzen wir hier alleine rum –  es regnet, da kann man sowieso nicht viel machen. Heute ist Wein und Wiesewandertag, bei dem regnerischen Wetter werden wir leider nicht mitwandern können – ich hatte Parteikollegen gefragt ob sie mit schieben helfen und ich habe eine Zusage. Wenn ich jetzt wieder absage, weil ich nicht möchte, dass die Junioren krank werden und das Wetter unerwartet doch hält, dann bin ich unzuverlässig…

Vermaledeite Crux mit Kuddelmuddelgedankenchaos.

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10:36 Uhr – schweren Herzens habe ich abgesagt. Wir gehen nicht mit aufs Wiesenfest – es ist mit 17°C zu kalt für die rollstuhlfahrenden Junioren. Sie bewegen sich nicht. So schade, es wäre eine wunderbare Gelegenheit gewesen uns in der Gemeinde zu zeigen!

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