Kategorie: Junioren

schlafen

Eltern von kleinen Kindern kennen solche Nächte – Nächte, in denen sie selbst nicht schlafen können, weil ihre Kinder nicht schlafen. Heute Nacht hatte ich hier so eine.

Der Kerle ist per se ein Abendmensch, darf er sein. Aber wenn er kränkelt, dann nervt das schon doch. Ein bisschen was zu trinken, die Bettdecke liegt quer (er kann sie nicht einfach, wie es normale Menschen machen, selbst richten), dann hat er gespuckt… Nichts dramatisches, eher Routine und nichts, um ihn an die Wand nageln zu wollen – nur halt in einem etwas nörgeligen weinerlichen Ton.

Das Töchting ist, wenn sie krank ist, ein männliches Wesen. Der kleinste Schnupfen ist schon ein Weltuntergang und jetzt hat sie nicht nur einen Schnupfen – hat Gliederschmerzen und Kopfweh, hat Hunger, aber keinen Appetit, will vom Rollstuhl absteigen, aber nicht ins Bett, ihr Rücken schmerzt und das Auge zuckt, sie will Gesellschaft, aber ich soll weggehen. Auch ihre Bettdecke knüddelt vor sich hin und wenn der rechte Fuß kalt wird, dann erfriert sie fast. Trinken will sie nicht, aber Tee kochen soll ich und die Schmerzmittel wirken nicht.

Zwischenzeitlich wollte ich mir Ohropax in die Ohren stecken, die Türen zumachen und einfach nur schlafen.

singen

Das Töchting singt schon eine ganze Weile. Der Kerle hat sich noch die Decke über die Ohren gezogen. Seine Nacht fing später an als gedacht, weil er viel zu beschäftigt war um zu schlafen. Auch er hustet!

Singen tue ich heute nicht. Sollte ich vielleicht – auch mit Kratzestimme. Nur, meine Lieder wären dem Wetter entsprechend nass – was immer auch das bedeuten mag. Ich überlasse die Interpretation euch.

… und gleich? Gleich ist später, weil nämlich jeder seinen Gedanken nachhängt. Meine gehen niemanden etwas an!

Oft

Oft stehen wir auf den Schultern von Riesen. Und manchmal stehen wir auf unseren eigenen Schultern und noch öfter stehen wir uns selbst im Weg.

Wiebke geht morgen wieder in die Werkstatt. Soweit ist sie fit! Hier Zuhause nervt sie, weil‘s ihr langweilig ist. Alle Naslang kommt sie angerollt und will was anderes. Ihre Geduld reicht gerade um ein Bilderbuch vorzulesen – immer im gleichen Tonfall und auf gar keinen Fall einfach nur nacherzählt. Da passt sie sehr genau auf und wenn ich auch nur ein Wort vergesse, meutert sie. Mein Töchting ist die Bestimmerin! Darf sie sein, solange sie krank ist, aber morgen ist die Krankschreibung einseitig gekündigt – wenn sie freche Lieder fröhlich singen kann, dann darf sie das gerne zusammen mit Freunden im Nachbardorf machen.

Nachtrag um 21:15 Uhr – mit einem Artikel von Raúl Krauthausen

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