Geschichte

kleine Schritte

Viele kleine Schritte führen in eine schönere Welt! Gehen wir doch diese Schritte! Schließlich haben wir die Erde von den nächsten Generationen nur geliehen! Dazu eine gefundene Geschichte:

Nur ein Seestern

Roger Smith war Professor für Mathematik. Er war auf Urlaub, hier auf dieser schönen sonnigen Insel. An einem besonders schönen Morgen spazierte er in Gedanken versunken den Sandstrand entlang.

Von weitem beobachtete er einen Jungen, der sich immer wieder langsam bückte, wohl etwas aufhob, ein paar Schritte ins Wasser trat und wieder zurückging. Interessiert ging Roger Smith weiter und beim Näherkommen sah er, wie der Junge sich bückte, einen Seestern aufhob und ihn ganz sanft, fast liebevoll ins Wasser zurücktrug. Smith musste lächeln, aber er fragte freundlich: „Hallo, was machst du denn da?“

Der junge Mann hielt inne und sagte: „Nun, wenn ich einen Seestern finde, trage ich ihn zurück ins Wasser“. Smith fragte weiter: „Aber warum machst du denn das“? „Nun“, entgegnete der Junge, „die Sonne geht auf, die Ebbe setzt ein und es wird ein heißer Tag und wenn ich sie nicht zurück ins Wasser bringe, werden die Seesterne sterben“. ~ „Aber junger Mann, dieser Strand ist viele Kilometer lang und es leben Tausende von Seesternen hier, was macht es schon für einen Unterschied, wenn du ein paar Seesterne ins Wasser bringst“?

Höflich hörte der junge Mann zu, bückte sich dann und trug wieder einen Seestern ins Wasser, der sofort quicklebendig davon schwamm, gerade so, als wollte er danke sagen. „Ooh, es macht einen Unterschied, sogar einen großen – zumindest für diesen einen“! Diese Antwort überraschte und verwirrte Smith und er wusste nichts Rechtes darauf zu antworten. Er ging wieder zurück ins Hotel, aber die Begebenheit beschäftigte Ihn den ganzen Tag.

Abends, als er auf der Terrasse stand und seinen Blick in der Dämmerung über das Meer gleiten ließ, wurde es ihm plötzlich klar.

Was der junge Mann tat, war, sich zu entscheiden; nicht nur für sich allein da zu sein und vor sich hin zu leben, sondern aktiv in dieses Universum einzugreifen, das Leben zu schützen und einen Unterschied zu machen.

Am nächsten Morgen ging Roger Smith hinaus und trug ein paar Seesterne liebevoll zurück ins Wasser und er erfreute sich daran, dass sie munter davon schwammen und irgendwie, tief in seinem Innern, wusste er, dass auch er ein kleiner, aber wichtiger Teil dieses Universums ist

… und es wurde ihm klar, dass jeder ein kleines Stück betragen kann, JEDER !

(Autor mir unbekannt)

Geschichte

eine Brückengeschichte

Mir fällt zum Thema Brücke, Georg ein. Georg, der beste Mitschüler in meiner Klasse. Er war allseits beliebt und konnte so gut rechnen. Jeder, auch die Lehrer dachten damals, der wird bestimmt ein großer Architekt. Georg konnte aber noch viel mehr, er verdrehte den Mädchen reihenweise den Kopf, wickelte sie um seinen Finger und versprach ihnen das Blaue vom Himmel, nur um an eine Zigarette oder eine Flasche Bier zu kommen. Schon beim Abitur war er oft nicht recht anwesend, brachte dann aber doch den besten Notendurchschnitt zustande!

Gabi, seine Freundin war wiederholt ziemlich sauer auf ihn wenn er sturzbetrunken bei ihr auftauchte. Das hinderte beide aber nicht zu heiraten. Georg studierte ganz gegen unsere Vermutung Psychologie und Gabi brachte, nach ihrer Banklehre, das Geld ins Haus.

Dann sind wir weggezogen, ich hörte lange Zeit nichts mehr vom Freund aus Kinder- und Schultagen. Jedes Mal, wenn ich in meine Heimatstadt kam, dachte ich daran, die beiden zu besuchen, dachte, ob sie wohl Kinder haben und ob Georg eine Praxis aufgemacht hat? Im Telefonbuch fand ich sie nicht – das hieß aber gar nichts, denn menschenscheu waren sie schon immer.

Es gab immer etwas anderes zu tun – Zeit ist knapp und wir wohnen auch zu weit weg.

Jetzt aber habe ich durch eine Dritte gehört, dass Georg sich von seiner Frau getrennt hat (oder war es umgekehrt?) Kinder gibt es keine, vielleicht wären sie ein guter Grund gewesen, dass sich Georg besser in Griff gehabt hätte.

Denn heute, so habe ich gehört, lebt unser Kumpel von damals mit anderen Kumpels unter einer Brücke …

Geschichte

nach der Geburt

Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch der Mutter.

„Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ fragt der eine Zwilling.

„Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden groß und stark für das was draußen an der frischen Luft kommen wird.“ antwortet der andere Zwilling.

„Ich glaube, das hast du eben erfunden!“ sagt der erste. „Es kann kein Leben nach der Geburt geben – und wie soll den ‚frische Luft‘ bitte schön aussehen?“

„So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir mit den Beinen herumlaufen können und mit dem Mund tolle Sachen essen?“

„So einen Schwachsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns nährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist doch die Nabelschnur viel zu kurz.“

„Doch, das geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders sein.“

„Du träumst wohl! Es ist doch noch nie einer zurückgekommen von ’nach der Geburt‘. Mit der Geburt ist das Leben einfach zu Ende! Punktum!“

„Ich gebe ja zu, dass keiner genau weiß, wie das Leben ’nach der Geburt‘ aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird sicher für uns sorgen.“

„Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo soll denn die nun sein, bitteschön?“

„Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!“

„So ein Blödsinn! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht! Schluss damit!“

„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie leise singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt ganz sanft und liebevoll streichelt …“

Henri Nouwen zugeschrieben

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 Nachtrag am 20. 3 um 07:13 Uhr – Mit der Bandkollegin hatte ich mich gestern über Tod, das Weltall und die Menschheit unterhalten. Sie kannte die Zwillingsgeschichte noch nicht.