Geschichte

Die Rolle der Gefühle

Herr Keuner war mit seinem kleinen Sohn auf dem Land. Eines Vormittags traf er ihn in der Ecke des Gartens und weinend. Er erkundigte sich nach dem Grund des Kummers, erfuhr ihn und ging weiter. Als aber bei seiner Rückkehr der Junge immer noch weinte, rief er ihn her und sagte ihm: „Was hat es für einen Sinn zu weinen bei einem solchen Wind, wo man dich überhaupt nicht hört.“ Der Junge stutzte, begriff diese Logik und kehrte, ohne weitere Gefühle zu zeigen, zu seinem Sandhaufen zurück.

Bertolt Brecht

∙∙∙∙∙·▫▫▫▫ᵒᵒᵒᴼᴼ ᴼᴼᵒᵒᵒ▫▫▫▫∙∙∙∙∙·

Was heule ich? Hat es einen Sinn? Ich gehe lieber zu meinem Sandhaufen zurück und tue was – das, was ich kann.

Gedanken, Geschichte

eine Pinguingeschichte

Durch Menschenhand hatte sich der kleine Pinguin in die Steppe verirrt. Er lebte inmitten von Giraffen. Früh bemerkte der kleine Pinguin, dass er anders war. Doch er glaubte, die Giraffen wären die besseren Lebewesen. Sie waren groß und schlank. Sie bewegten sich grazil und anmutig in ihrem Terrain. Insgeheim bewunderte er die Giraffen dafür, wie sie sich offensichtlich für das, was sie tagtäglich taten, begeistern konnten und wie leicht ihnen das fiel.

Und so bemühte sich der Pinguin tagein tagaus so gut wie die Giraffen zu sein. Doch mit der Zeit kostete ihn das immer mehr Kraft und Energie. Der kleine Pinguin empfand wenig Freude und Interesse an dem, was eine gute Giraffe den lieben langen Tag so tut. Er wurde zunehmend traurig und gleichgültig. Er zog sich immer mehr zurück.

Eines Tages verspürte der kleine Pinguin eine tiefe Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Einem Impuls folgend, wendete er sich von der Steppe ab und begab sich auf eine Entdeckungsreise.

Sein Weg führte ihn an den Südpol. Dort begegnete er anderen Pinguinen. Er hatte unmittelbar ein Gefühl der Vertrautheit. Der kleine Pinguin beobachtete die anderen, wie leichtgängig sie sich im Wasser fortbewegten und mit wie viel Spaß sie bei der Sache waren.

Der Funke der Begeisterung war entfacht.
Die Neugierde war größer als die Angst.
Er wagte den Sprung ins kalte Nass.

… und war überrascht wie leicht und selbstverständlich er sich im Wasser vorwärts bewegen konnte.

Ein tiefes Gefühl der Freude erfüllte den kleinen Pinguin.

Autor vermutlich Eckhard von Hirschhausen

∙∙∙∙∙·▫▫▫▫ᵒᵒᵒᴼᴼ ᴼᴼᵒᵒᵒ▫▫▫▫∙∙∙∙∙·

Ich habe keine Ahnung von wem diese Geschichte ist und so ganz klar ist mir auch nicht, warum sie mir gerade heute eingefallen ist. Vielleicht, weil ich meine Pinguine gefunden habe!?

∙∙∙∙∙·▫▫▫▫ᵒᵒᵒᴼᴼ ᴼᴼᵒᵒᵒ▫▫▫▫∙∙∙∙∙·

Am frühen Nachmittag kamen zwei befreundete Ehepaare, um mir beim heraustragen des Sperrmüll zu helfen. Da habe ich mich gefühlt, wie ein Trampeltier unter Löwen – völlig fehl am Platz. Die Aktion ging sehr schnell über die Bühne, wir haben wundervoll Hand in Hand gearbeitet. Dennoch war ich zum Schluss traurig. Es fällt mir verdammt schwer Hilfe anzunehmen. Ich hatte und habe immer das Gefühl andere Menschen auszunutzen. Ich weiß auch, dass alle das gerne und aus freien Stücken gemacht haben …
… ach!