Kategorie: Gedanken

du Mama

Verbietet kann ich es ihm nicht, aber gesagt habe ich es dennoch: „Carsten, ich möchte nicht, dass du Nachrichten guckst.“ „Aber Mama, man kann doch die Augen nicht einfach verschließen!“

Mir treiben die Bilder aus Gaza immer wieder Tränen in die Augen. Mir machen die ständigen Drohnenangriffe Angst. Unser(!) Kanzler ist mit seiner Sozialpolitik nicht meiner. Die Weltwirtschaftskrise ist nicht nur ein deutsches Problem und über die AfD mag ich nichts sagen…

Der Kerle guckt unbeirrt Nachrichten. Ich werde ihn dabei nicht alleine lassen.

moralinsauer, oder das Geschäft mit der Angst

mo|ra|lin|sau|er – umgangssprachlich; scherzhaft

aufdringlich moralisch, in scheinheiliger Weise moralisch; eine moralinsaure Ansprache

Was der Anruf, in dem es darum ging, dass mein Sohn einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hat und nun eine hohe Kaution zahlen muss, um nicht ins Gefängnis zu müssen, mit meiner moralinsauren Stimmung zu tun hat, weiß ich nicht.

Jedenfalls habe ich gleich Mittel und Wege gesucht, meinem armen Sohn helfen zu können. Erkennt ihr den Fehler? Die Nummernanzeige zeigte eine Telefonnummer aus Spanien und der Mensch am Telefon sprach akzentfrei deutsch. Spaßeshalber habe ich noch nach dem Namen meines Sohnes gefragt, da fing er an zurückzurudern – aber ich hab dann auch aufgelegt. 

Wer war jetzt eigentlich scheinheilig? Ich oder der fürsorgliche Anrufer?

Frage

Wieder mal Pflege-von-Angehörigen-Gedöns. Müsst ihr nicht lesen – betrifft euch ja nicht. Oder doch?

Woran erkennst du, dass du erschöpft bist?

Nicht an Tränen. Nicht am lauten Schmerz. Sondern an diesen 3 leisen Anzeichen:

1. „Du funktionierst einfach.“ Aber wenn du genauer hinhörst, steckt dahinter: Ich fühle kaum noch etwas.

2. Auf die Frage „Was brauchst du gerade?“ kommt ein langes Schweigen. Nicht, weil du nichts sagen willst, sondern weil du es wirklich nicht weißt.

3. Du lächelst, während du vom Schmerz erzählst. Nicht, weil es leicht ist, sondern weil du gelernt hast, dass du nur geliebt wirst, wenn du nicht zur Last fällst. Erschöpfung zeigt sich oft nicht laut. Sondern still. Am leeren Blick. An müden Sätzen. An einem anwesenden Körper. Aber, da ist eine Seele, die längst auf dem Rückzug ist.

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