Kategorie: Gedankenchaos

Gedankenertappt

Manchmal ertappe ich mich dabei: ich denke, also bin ich traurig.

Erinnerungen kommen, die nicht geklärt sind, die nicht besprochen wurden und über deren negative Auswirkungen ich immer wieder neu nachdenke. Ein Gedanke kommt hoch (wie aus den Mägen der Kuh) und bringt einen zweiten mit, der auch nicht geregelt ist. Zusammen machen sie Bauchschmerzen, aber eine Aussprache gibt’s nicht. Sie liegen sprichwörtlich im Magen.

Unterschwellig gärt es, blubbert. Ein übler Geruch liegt in der Luft und niemand mag es riechen wollen. Wie bei einem Silo kommt der Deckel drauf.

Wir haben keinen Pansen, der uns unsere Gedanken wieder hochschickt und wir sie wiederkäuen können. Wir machen es dennoch.

Wir machen es nicht klein und schicken die blöden Gedanken nach ein paar Tagen in den nächsten Magen. Dort ruht das Futter. Meine Gedanken kommen nicht zur Ruhe, ich geben ihnen kaum Gelegenheit dazu. Ich schicke die blöden Gedanken gar nicht erst in den Labmagen. Bei mir kommt’s nicht zum Verdauen. Bei mir bleibt alles irgendwie im Netzmagen hängen, oder im Rumen (Pansen). Dort rumort es und wenn ich mich nicht ausspreche, liegt es auch noch Jahre später dort und schmerzt.

Nachgedanken zu Annes schönen Beitrag: sprachsalat-a-la-carte – Wortperlen – DesignBlog

Seelenfallschirm

Die Seele ist wie ein Fallschirm. Sie funktioniert nur, wenn sie sich öffnet.

Sprüche! Ich habe es mit Sprüchen, ich mag sie und eine Zeitlang, in meiner schweigsamen Jugend, habe ich mich mit Sprüchen zu verständigen versucht, und war sehr erstaunt, dass mich niemand verstanden hat. Meine Geschwister verstanden mich zum Teil, aber sie waren ganz woanders unterwegs als ich. 

Mein Interesse galt der Gesellschaftspolitik und der Ungleichheit auf der Welt. Wenn ich aushäusig war, dann mit Leuten, die ungefähr 10 Jahre älter waren als ich. Intellektuell konnte ich nicht mithalten, so als Kleine, die aus der Schule geschmissen wurde, weil sie zu aufmüpfig war. Mitläuferin! Geduldet und als formbar betrachtet. Ich habe mich gerne formen lassen. Auch wegen dieser Menschen habe ich die Strapazen mit der Abendschule, zusätzlich zur Schriftsetzerlehre auf mich genommen. Das war das Ende für mich mit der Gruppe – ich hatte keine Zeit mehr. Nebenbei durfte ich ja auch noch meine jüngste Schwester betreuen.

Was hat das mit der Seele und den Fallschirmen zu tun? Ich habe mich wieder verzettelt und bin abgeschweift …

… fest steht, dass meine Seele immer ein offenes Buch war – es wollte nur selten jemand lesen.

 

stattdessen

Stattdessen was? Statt barfuß durch die Pfützen laufen? Es regnet. Seit mehr als zwei Tagen und es ist kälter geworden – sogar kalt! Durch die Weinberge bin ich gegangen, im strömenden Regen. Frierend, viel zu dünn angezogen, mit nassen Schuhen im feuchten Gras. Einen großen Vorteil hat dies Wetter, verschmiertes Augen-Make-up wird nicht zwangsläufig Tränen zugeordnet.

Zuhause fehlte mir nur die rote Nase des Clowns!

 

rote Nase©️petra ulbrich

©️petra ulbrich

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