Gedanken

viel müder als die Junioren

Es ist weit von hier nach Leipzig – ihr lest, wir sind wieder Zuhause. Besonders weit wird es, wenn ich Zweidrittel der Strecke fahre und nicht sage, dass der Helfer einmal fahren soll. Aber neben ihm war ich unruhig – ich bin’s nicht mehr gewohnt Beifahrer zu sein.  Kurz vor Daheim war auch noch Stau auf der Autobahn und ich hatte die mögliche Abfahrt zur Umgehungsstraße gerade passiert. Stop and Go, Halten und anfahren, Motor aus, wieder an und weiterfahren… Für eine Strecke von einer Viertelstunde brauchten wir schlussendlich 1einhalb Stunden. 

Carsten und Wiebke sind fit, der Helfer hat seelenruhig neben mir gepennt, ich fahre immer noch Auto!

… ich freue mich auf mein eigenes Bett und werde so bald nicht wieder in der Besucherritze schlafen wollen – weil ich’s da nämlich nicht kann!

Gute Nacht!

Behinderung, Gedanken, Kuddelmuddel

Stille | wieder nur Splitter

Samstagmorgens ist es still im Haus. Ich möchte diese Ruhe nicht zerstören und bin sehr leise. Mache mir in der Küche einen Kaffee und verschwinde im Spielzimmer an den PC. Meine Augen sind verquollener als gestern und die Haut spannt. Ein Zombie!

Den gestrigen Tag habe ich am Radio erlebt. Der 9. November ist ein Schicksalstag für Deutschland. Ich persönlich hätte ihn als Nationalfeiertag* ausgerufen – der 3. Oktober ist es für mich nicht, das ist ein konstruierter Feiertag.

* …und nicht nur ich bin dieser Meinung!

In der Stadt war ich auch  – kurz, eine Hose kaufen. So verquollen und rot im Gesicht, mit einem alten Pullover und einfachen Turnschuhen. Kleider machen Leute! Aber warum muss man sich zum Klamotten einkaufen stylen? Jedenfalls hat mich die Verkäuferin erst einmal gar nicht gesehen. Als ich sie ansprach, taxierte sie mich von oben bis unten und wollte gleich wieder verschwinden. Ich sah wohl so aus, als ob ich kein Geld hätte. Mein Mann hat das einmal sehr bewusst gemacht und ist zu einem teuren Herrenausstatter und hat sich neu einkleiden lassen. In den Laden ging er wie ein Clochard – wurde auch so behandelt. Er verlangte den Chefverkäufer und erklärte ihm, dass er  -auch wenn er so aussieht – dennoch das Geld hatte für einige Anzüge. Ab da an ging es! Ich hatte gestern nicht den Mut dazu, werde aber zu der Verkäuferin noch einmal gehen – komplett durchgestyled und schick geschminkt –  und mir einiges bringen und sie dann mit dem Berg stehen lassen. Wahrscheinlich wird sie mich gar nicht erkennen! Diese Lady verdient an mir keinen Cent mehr.

Wiebke ist frech! Gestern Abend zupft sie mich und zeigt auf ihre Hose und sagt: „Guck mal, Hose!“ Bei mir klingeln die Alarmglocken. Immer dann, wenn sie das so sagt, ist die Hose nass. Ich schimpfe. Sie feixt. Ich schicke sie ins Bad und hole eine frische Hose aus dem Schrank. Sie lacht. „Du hast keinen Grund zu lachen, es ist nicht schön in die Hose zu pinkeln.“ Ich setze mein Töchting aufs Klo und fühle nichts nasses. “ Hahaha, veräppelt! Du bist drauf reingefallen!“ Wir mussten beide lachen. Wir mussten alle lachen, denn Carsten hatte seine Schwester schon vorher durchschaut!

Einen tollen Samstag wünsche ich euch!