Meine Nachbarin hat eine, mir sehr konträre, Meinung zu Flüchtlingen und dem Krieg in der Ukraine. Eigentlich mag ich diese Frau, aber ihre Hetze nicht. Öffentlich rechtliche Nachrichten sind ihrer Meinung nach, einseitige Berichterstattung und somit guckt sie die erst gar nicht. Ihre Tageszeitung ist die BILD, aber auch das nur sporadisch – sie guckt den Sender des RedBull-Gründers. Würde ich niemals einschalten, mit alternativen Fakten habe ich massive Probleme.
Meine Herausforderung ist nun: Wie gehe ich mit der Nachbarin um? Wie gesagt, ich mag sie. Nur ihre Ansichten halt nicht. Politik aus den Gesprächen rauslassen fällt ihr schwer. Sie möchte natürlich darüber sprechen und mich wohl auch beeinflussen. Ich mag das nicht, aber ich kann mich nicht abgrenzen. Sie ist rhetorisch so gut, dass sie mich in Grund und Boden redet. Meinen Argumenten hört sie nicht zu, sondern hat gleich wieder tausend andere dagegen. Die Zeit, ihre Argumente zu entkräften, habe ich nicht. Manchmal ist mein Wissen auch nur rudimentär. Also sage ich oft gar nichts und das deutet sie als Zustimmung. Zwickmühle mistige!