Familie, Gedanken, Gedanken

Ein Versuch relaxed zu sein

Es passt so gar nicht. Aber nachdem die Junioren letzte Woche malade waren, klopfen ganz schüchtern der Schnupfen und seine Brüder die Gelenkschmerzen bei mir an. Ich will sie nicht reinlassen …

Behinderung, Familie, Gedanken, Junioren, Musik, Musik

Jeder Morgen

Jeder Morgen ist gleich und doch nicht derselbe. Der Kerle ist wach und hat gute Laune, wenn ihm auch der Rücken schmerzt und er mittelschwer unterzuckert ist. Das Töchting zieht sich die Bettdecke übers Gesicht und beginnt erst einmal zu motzen! Was, das kann ich nicht verstehen. Heute hat sie tatsächlich wieder einmal aus Trotz ins Bett gepinkelt – mit Ankündigung. Aber ich war leider nicht schnell genug! Irgendwas ist. Nur was? Sie äußert sich nicht. Stattdessen meckert sie über blöde Hosen und darüber, dass sie keine Jacke anziehen will. In solchen Zeiten kommt Carsten definitiv zu kurz. Er badet! „Ich will nicht baden!“, kommt es aus Wiebkes Zimmer. Ja, sie müsste eigentlich, aber ich lasse es …

Gefrühstückt haben sie wieder beide nicht. Wenigstens hat Carsten getrunken und Wiebke hat ihre Flasche. Sie wird auf dem kurzen Weg zur Lebenswerkstatt diese im Bus leeren. Nicht auskippen – trinken!

Ich mag keinen Kaffee. Heute nicht. Dabei habe ich mir richtig guten gekauft. Ich mag aber gar keinen Kaffee. Er regt mich an – heute regt er mich auf. Statt Kaffee zu trinken, ziehe ich Betten ab und beschäftige Minna, die ihreszeichens meine Waschmaschine ist.

Behinderung, Familie, Gedanken

morgens

Ich bin wach, bin schon lange wach und sollte/könnte eigentlich noch schlafen – so, wie meine Junioren. Ob mein Schlaf gut war? Keine Ahnung! Ob es der, der Junioren ist, weiß ich auch nicht. Es ist grau draußen. Heute ist zumindest kein strahlender Herbst. Wolken und Regen – ich müsste raus gehen, so könnten die innerlichen Tränen auch an die frische Luft. Dieses schlechte Gewissen, das ich ständig mit mir herumschleppe, obwohl Carsten, als auch Wiebke gerade gut versorgt und zufrieden sind – das schlechte Gewissen ihnen etwas vorzuenthalten, das kann mir niemand (ab)nehmen. Sie sollen etwas erleben und ich kann‘s ihnen nicht bieten.

Es ist ja schon wieder alles ambivalent. Beide erleben, machen, erfahren eine ganze Menge im Rahmen meiner und ihrer Möglichkeiten. Mir schwebt aber mehr vor. Bin ich größenwahnsinnig? Dabei möchte ich nur einmal mit ihnen frühstücken gehen. Was das für ein Aufwand ist, das können sich Eltern vorstellen, die kleine Kinder haben – aber sobald die Herrschaften wach sind, gebadet haben und angezogen sind, werde ich sie mir schnappen und unter Leute gehen. Aber erst gucken, ob sie überhaupt wollen …