Kategorie: Behinderung

Du Mama

„Du Mama“, Carsten hat einen Blick drauf, der Schlangen töten könnte, wenn wir welche hätten. „Du Mama, warum muss ich eigentlich aufstehen, wenn sowieso nichts passiert?“ Dem kann abgeholfen werden, denke ich mir, suche im Bücherfundus ein altes Buch, setzte mich zum Kerle auf den Teppich und wir versinken und versumpfen in der Fantasiewelt…

„Du Mama, manchmal liegt Wiebke wie Pipi verkehrt herum im Bett!“ Da hat er gut beobachtet: „Aber es ist nicht mehr so oft!“ „Aber erst, nachdem sie ein paarmal aus dem Bett gefallen ist.“

So, oder so ähnlich ist es

Das Dilemma: Ich sehne mich nach sozialen Kontakten – aber sie ermüden mich viel schneller als früher.

Alles ist gut! Das sage ich jetzt immer, wenn mich jemand fragt, wie es mir geht. Irgendwie ist auch alles okay – bis auf das, dass ich erschöpft, sehr ausgelastet, völlig atemlos und einigermaßen zufrieden bin. Ich sehne mich auch danach, endlich meine Junioren mal wieder in eine Freizeit zu schicken …

Sonnabendfragmente

Die mächtigsten Antriebskräfte sind Hoffnung und Neugier, weil sie die Bremskräfte Vernunft und Angst überwinden.

Neugierig bin ich und doch sehr Angstbeladen, nicht ängstlich und leider bin ich immer noch viel zu sehr von der Meinung anderer abhängig. Abhängigkeit ist eine nicht zu unterschätzende Bremskraft. Ich mache mich abhängig, bin abhängig, mache andere (Junioren) von mir abhängig – ist das vernünftig oder birgt das vielleicht doch Hoffnung und geht die Neugier deswegen trotzdem nicht verloren? Was ist mit der Angst, als ständiger Begleiter? Ist sie nicht auch etwas, was am Leben erhält? Krank zu sein, ist eine Chance runterzuschalten – normalerweise. Hier ist nichts normal! Ich will es nicht anders, also braucht mich niemand zu bedauern. Denn das hilft mir nichts.

Wisst ihr, wenn Fußnägel schneiden, zu einem Kraftakt wird, dann kostet das nicht nur Nerven, sondern auch Lebenszeit. Wenn zum Trinken animieren – für einen kleinen Becher Kakao – eineinhalb Stunden dauert, dann sind manchmal die Nerven, besonders wenn ich selbst nicht genug getrunken habe (mangels Eigenfürsorge), dann sind die Nerven seidendünn. Stress zu machen, zu drängeln, ist kontraproduktiv, denn dann dauert es meistens noch viel länger …

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