Behinderung

und

Dies kleine Wörtchen und – ich liebe es. Es verbindet und trennt nicht. Und zählt auf, zeigt damit, dass es mehr gibt, als nur eins. So, wie der Tag heute.

Wir stehen auf und ich werde vollgequascht und zugetextet und ausgefragt, noch bevor ich richtig wach bin. Ich hole die Junioren aus ihren Betten und setze Carsten in die Badewanne und Wiebke aufs Klo. Dann ziehe ich sie beide an und mache Frühstück, das nicht gegessen wird, weil: „Es ist viel zu warm und viel zu früh!“ Ich richte das Vesper und es ist nicht das richtige. „K. ist krank und S. hat Urlaub und M. macht eine Fortbildung und ich will nicht in die Werkstatt!“ Carsten redet wie ein Wasserfall und Wiebke hält dagegen: „Deine Freunde warten und die Arbeit und Herr K. wird auch dumm gucken, wenn wir nicht kommen!“

Und ich muss gleich zum Zahnarzt und danach in die Stadt, für Wiebke Röcke kaufen, weil ihre kurzen Hosen zu kurz sind und die Männer reizen …

Behinderung

Mäuschenwissen

Dieses Bildchen habe ich von einer kleinwüchsigen Frau – und sie hat recht. Diese Frau hat Anchondroplasie, was man früher gemeingültig als Liliputaner bezeichnet hat.

Es ist ein Fabelwesen und wie Zwerge gehören solche Bezeichnungen in das Reich der Fantasie. So, wie es keine Riesen gibt, gibt es auch keine Gnome. Carsten stört das gewaltig und Wiebke wird immer zornig, wenn man sie als Lilifee bezeichnet – dabei ist das meistens nur gut gemeint. Aber ihr kennt den Spruch von Kurt Tucholsky: “Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.