Kategorie: Behinderung

Käse

Deine Schwester hat ihren Käse aufgegeben, hast du deinen auch schon weggeputzt?
Nee, aber ich bin doch dabei!
Die Junioren haben eine Challenge: Wer als erste*r fertig ist mit Abendbrot! Wobei Brot sehr hochgegriffen ist, denn das haben beide unisono abgelehnt. Stattdessen gibts dreierlei Käse, Feigensenf und Birnenspalten – wenig Birne, quasi fast keine, lediglich eine Alibispalte. Das Töchting hat diese tapfer gleich am Anfang verdrückt. Regelrecht kleingedrückt – im süßen Senf! Des Kerles Birne liegt noch unangerührt auf dem Teller. Somit hat der Kerle gerade mit Pauken und Trompeten verloren. Denn auch die Käsewürfel werden und werden nicht mehr weniger…

Nachtrag 20:00 Uhr

Mit gründlichen Abstand hat der Kerle seinen Teller leer gemacht – auch die Birne ist weg!

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rote Mützen

Rote Mützen schlagen keine roten Nasen. Unter dem wolligen ist es warm, die Nasen sind kalt und irgendwie auch der ganze Körper. Töchting hat sich kostenlos eine Blasenentzündung geholt – nasse Hosen im Winter ähneln einer Katastrophe. „Ich kann gar nicht so schnell zittern, wie ich friere!“ Dieser Uraltspruch ist vom Kerle – ich zittere mit. Unser Haus ist schlecht isoliert! Gestern habe ich ein Gespräch mit Marlene Engelhorn aus der Dlf Audiothek | Deep Talk | Aktivistin und Millionenerbin | Engelhorn: „Ich will gerne Steuern zahlen“ gehört! Faszinierend, wie sie über Geld spricht? Letztens hatte ich gefragt, ob man zu viel Geld haben kann. Sie sagt ja! Ich hätte gerne ein bisschen mehr und würde dann für meine Junioren eine Umgebung schaffen, dass sie nicht frieren müssten… 

… ganz ohne Mützen – rot oder andersfarbig!

keine Rede

S. hatte eine Rachenentzündung!
Das ist ganz schön übel!
Und D. kommt heute auch nicht.
Dafür ist N. noch auf einer Fortbildung und A. muss auch lernen…
Aber R. ist da und die anderen auch.

Beide Junioren reden schon am frühen Morgen gegeneinander. Die Lage der Arbeitserzieher und Betreuer ist, so höre ich es aus ihrem aufgeregten Worten heraus, angespannt. Wer versorgt euch denn? Ach, es sind genug da und außerdem können wir uns auch alleine beschäftigen! Der Kerle tut großspurig. Aus seinen Augen lese ich allerdings, dass es manchmal schon sehr langweilig in der Lebenswerkstatt ist. Wenigstens scheint es warm zu sein! Das Töchting redet seit drei Tagen von nichts anderem, als dass sie am Donnerstag Zuhause bleiben und nicht abgeholt werden müssen: Wir werden geimpft! Gegen Grippe! Damit wir nicht krank werden. – Na ja, wenigstens nicht schwer krank, schränkt der Kerle ein.

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