Kategorie: Behinderung

Erklär mich mal

Ich fühle mich nicht gut genug ausgerüstet, um mein Leben zu meistern: die Zukunft macht mir Angst – hat mir schon immer Angst gemacht. Ich bin ununterbrochen in Sorge, ruhelos, von vielen irritiert, ich kann nicht abschalten und entspannen fällt mir verdammt schwer. In meinen Notizen habe ich diesen Satz gelesen, geschrieben habe ich ihn aber bestimmt nicht: Jeder Tag ist so, als würde ich in Bleistiefeln durch Wackelpudding laufend auf den Kilimandscharo steigen. Jeder Schritt in meinem Leben ist eine Wahnsinnsherausforderung. 

Ich bin Perfektionistin, lege diese Maßstäbe an mich selbst sehr hoch. Aber auch an andere Menschen setze ich hohe Ziele – oft viel zu hohe. Aber ich denke; was ich kann, können andere doch sowieso! Deswegen sind Beziehungen in der Regel nicht von Dauer, weil sich wohl das Gegenüber ständig kontrolliert oder ausgenutzt fühlt. Dabei möchte ich, dass es meinen Mitmenschen gut geht. Freundschaften setzen mich emotional und auch sozial unter Druck – ich weiß selten wann ich wie reagieren oder handeln soll. Ich erscheine kalt, unempathisch, unsensibel und zu rechthaberisch, dabei will ich nur (mich) erklären. 

Immer noch hängt mir so ein Vorwurf in den Knochen. Mir wurde gesagt, dass ich mich nicht auf meinen Autismus ausruhen soll – so oder so ähnlich gemeint, geschrieben wurde es anders. Inzwischen bin ich verunsicherter denn je…

nichts zu erzählen

Noch immer habe ich nichts zu erzählen was auch fürs Blog tauglich ist. Auch Fotos habe ich keine, denn da wo ich hinkomme ist es nicht besonders schön. In Wartezimmernplö,-_Ä__‘awa. e4y rs5d tc6f7vgh … … und dann habe ich Kaffee übers Tablet gekippt. Nicht nur übers Tablet – komplett über mich und das Sofa, auf dem ich saß.

Ein Gewitter kracht. Der Himmel lässt regnen. Sehr kräftig, und warm ist es – schwülwarm. Kreislaufwetter. Der Kerle hat einen Blutdruck, der unterirdisch ist. Der obere Wert noch nicht einmal 100. Käsweiß, kaltschweißig und er sieht aus wie ein Waschlappen. Das Töchting singt! Ich versinke in Routinen…

 

faul | Vorsicht Zynismus

Die Menschheit ist doch faul. Wenn man ihnen nicht alles vor den Allerwertesten trägt und sie nur ein Häkchen machen müssen, wenn die Menschen ein paar eigene Schritte machen müssen, dann tun sie es aus Bequemlichkeit eben nicht.

Bloß nicht selber denken, hinterherlaufen wie die Lemminge – machen ja andere auch! Wie die Hunde: „Ich weiß zwar nicht, was ich mache, aber da hat einer hingeschissen. Der Platz kann also nicht schlecht sein, dann mache ich das auch!“

Oder: „Das hab ich schon immer so gemacht! Etwas Neues passt nicht in die Routine und wenn man dazu noch umdenken müsste. – Nein danke, dann mache ich lieber gar nichts!“ Am besten ist doch, man lässt sich alles vorsetzen, braucht nur noch unreflektiert zu konsumieren, und Danke sagen oder ein Feedback geben, das ist doch schon wieder viel zu viel – da muss man ja selber agieren!

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Out off: ich habe gerade 2 Stunden auf einen Techniker für des Töchtings Rollstuhl gewartet. Er hatte sich am Freitag für heute angekündigt. Nachdem ich mich durchgerungen habe anzurufen, hat man mir gesagt, dass sie gerade das Lager umziehen und heute ganz bestimmt nicht mehr kommen!

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