Kategorie: Alltag

Warum?

Das dritte warum – merkwürdig, warum gibt es auf solche Fragen keine Antworten? Warum ist es so, dass man nach einer schönen Zeit eher in ein Loch fällt? Warum wollen manche Menschen gar nicht wissen, was wir erlebt haben und reden stattdessen ununterbrochen von sich und ihrem wundervollen anspruchslosen Besuch, der so herrlich unkompliziert ist, aber immer genau passend zu den Mahlzeiten erscheint und kaum ist gegessen, einen langen Spaziergang machen möchte und daher keine Zeit zum helfen hat.

Als mein Kerle von der aufregenden Bahnfahrt mit Hindernissen erzählen will: „Jetzt spielen wir MenschÄrgereDichNicht!“ Nur um gleich wieder in den höchsten Tönen von ihren Großnichten zu schwärmen!

Warum lasse ich das zu? Warum gebe ich immer so schnell klein bei? Warum behaupte ich mich nicht und verteidige die Rede meiner Kinder nicht? Der eine Grund, das zu schlucken ist, dass ich auf diese Frau angewiesen bin. Zudem ist sie treu, sie kommt immer wieder – auch deswegen, weil sie ansonsten niemanden hat, den sie als Fußabtreter nehmen kann! Warum lasse ich das mit mir machen? Gut gehts mir damit nicht!

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nach Mitternacht

Mitternacht ist längst vorüber und immer noch schlafe ich nicht. Dabei sollte ich lange schon – müde bin ich sowieso – im Reich des Morpheus unterwegs sein. Da allerdings die Träume, die mich dort erwarten, welche sind, die weder sanft noch ruhig sind, scheue ich den Schlaf.

Gerade nachts kreisen Gedanken gerne. Keine Außengeräusche übertönen, nichts lenkt ab. Keine Fenster können geputzt werden. – Wenn ich es denn wenigstens täte! Nein, die kleinen biestigen Gedanken drängen in den Vordergrund. Es geht mal wieder darum, dass ich Entscheidungen treffen muss, ohne mich beratschlagen zu können. Mir fehlen Helfer:innen! Menschen, die mehr Zeit für uns übrig haben, nicht nur einen halben Nachmittag! Aber diese gibt es nicht. Wenn schon eine große Behindertenorganisation händeringend ehrenamtliche Mitarbeiter:innen sucht und nicht findet, wie soll ich da – mit meiner schlechten Vernetzung – welche finden?

Kuddelmuddelgedankenchaos kurz vor der nächtlichen Wendezeit der Junioren.

durch den Kopf

Was mir durch den Kopf geht, ist eigentlich gar nicht aufschreibbar. Rein kognitiv kriege ich alles gebacken – und doch wieder nicht. Dem Töchting gehts nach wie vor gut, sie isst gerade mit großem Appetit grünen Spargel, Kritharaki und Sauce Hollandaise! Mag sein, dass das eine merkwürdige Zusammenstellung ist, aber ihr schmeckt‘s! Der Kerle, der keinen positiven Test hat, macht mir Sorgen. Macht mir gerade mal wieder so viel mehr Kummer. Er hustet, spuckt auch und trinkt nicht, essen sowieso nicht. In meinem Kopf ist ein Horrorszenarium in Gang gesetzt, das seinesgleichen sucht. Ich bin wieder völlig allein! Noch bin ich nicht positiv, ist aber wahrscheinlich eine Frage der Zeit. Was mache ich, wenn’s so weit ist? Der Kerle macht mich fertig, sein Teller steht unangetastet neben ihm…

Dass er nicht isst, ist auch nicht das Hauptproblem. Das ist, dass ich alleine bin, niemanden habe – oder besser nicht nicht traue, jemanden anzusprechen – mit dem ich reden kann. Ich will keine Ratschläge und ich möchte auch nicht, dass mir jemand von sich erzählt. Ich möchte einfach mal selbst umsorgt werden!

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