Kategorie: Alltag

kurze Hose, blaue Beine

Kalt war’s heute morgen. Im Gegensatz zu gestern. Im übernächsten Dorf ist ein Fest mit Musik. Ein etwas älteres Paar spielt Lieder für ältere Menschen. Den Junioren hat’s dennoch gut gefallen. Auch im entfernten Dorf werden der Kerle und das Töchting erkannt. Ich habe das Gefühl, wir können noch weiter weg reisen und da kennt jemand den Kerle.

Ein kleines rothaariges Mädchen geht zum roten Rollstuhl und mein Sohn ist justament ins Gespräch vertieft. Die beiden unterhalten sich, als ob sie sich schon lange kennen. Dabei sehen sie sich das erste Mal. Es stellt sich heraus, dass das die Freundin meines Wunschenkels ist. Die Welt ist klein!

Ich freue mich, dass meine Helferfreundin die Idee mit dem Musikfest hatte!

Gefroren haben die Junioren leider. Für kurze Hosen und Röckchen war’s zu kalt. Dem Kerles dünne Beine waren blaugefroren. Er ist wieder warm und auch des Töchtings Beinen gehts gut und sie friert nicht mehr.

Erschöpfung

Wenn ich schreibe, dass ich erschöpft bin, dann weiß ich schon im Vorfeld was kommt. Die Ratschläge, einmal nachzudenken, dass ich meine Junioren doch in ein Pflegeheim geben soll. Kennt ihr die Zustände in Pflegeheimen? Möchtet ihr, dass eure Kinder dort wohnen? Dort würden sie jetzt schon für die Nacht fertiggemacht werden. Um halb acht an einem Sommerabend!

Dennoch bin ich gerade heute völlig erschöpft! Ich habe nicht nur körperlich schwer gearbeitet. Auch meine geistige Kraft ist angestrengt. Einen eigener neuerlicher Medikamentenwechsel stecke ich nicht mal eben in die Hosentasche.

Der Kerle hat den Krankenhaustag auch nicht so locker weggesteckt, wie er behauptet. Er redet fortwährend dummes Zeug. Das Töchting ist beleidigt, weil ihr Tag sooo laaangweilig war und quengelt. Im Prinzip sind beide sehr aufmerksamkeitsbedürftig – aber jede:r will was anderes! Sie reden gegeneinander! Und ich will eigentlich nur meine Ruhe!

… und dann ist da noch die Frage: „Was machst du eigentlich im Urlaub? Wenn die Junioren im Urlaub sind?“ Nichts, ich will nichts machen. Ich möchte mich mal bedienen lassen!

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Träume

Noch nie unwichtig
immer präsent
manchmal zu sehr
und oft waren sie schwer
zu erfüllen

Ohne welche
scheint mir die Welt
langweilig und viel
zu groß im schwarzen
Loch zu verschwinden

Mein Universum gigantisch
nicht füttern
nehm mir den Traum
lasse hätte und wenn
in Unendlichkeit verwehn

©petra ulbrich

von pflegenden Angehörigen

Pflegende Angehörige sind auch keine anderen Menschen. Sie sind genauso unnormal, wie alle anderen auch! Es ist also nicht möglich, sie zu klassifizieren. Genauso wenig, wie man die Behinderten in ein Kategorie stecken kann. 

Warum ich das schreibe? Weil viele Menschen, die in irgendeiner Form helfen, – da meine ich jetzt niemand bestimmtes – von den Pflegenden und zu pflegenden Menschen Dankbarkeit einfordern. Ich habe ganz bewusst dieses Wort gewählt, denn oft schon habe ich erlebt, dass Helfer:innen mir signalisiert haben, dass ich doch jetzt auch bitte schön mal Danke sagen könnte! 

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