Gedanken, Gedicht

gewartet

Ich habe gewartet.
Ich bin Treppen gestiegen.
Ich habe Papierschiffchen gefaltet.
Ich habe etwas zerrissen.
Ich bin vor einem Spiegel gesessen.
Ich habe meinem Töchting beim Singen zugehört.
Ich habe gesungen.
Ich habe einen Gottesdienst im Radio angehört.
Ich habe geweint.
Um die Toten des vergangenen Jahres und um die davor.
Ich habe meine Erinnerungen hervorgekramt.
Ich habe mir alte Fotos angeguckt.
Mir wurde ein Bild des Familiengrabes geschickt.
Ich habe mich gefreut.
Ich habe auch gelacht.
Ich habe gebetet.
Ich habe vorgelesen.
Ich habe gelacht und zugleich geweint.
Ich habe meinen Frieden mit den Lebenden und den Toten gemacht.

Behinderung, Gedanken, Kuddelmuddel

im November

… fällt aufstehen so schrecklich schwer. Besonders an Tagen wie diesen, vor dem siebzehnten. Es ist kalt – draußen und innen. Die Motivation fehlt. 

Die Junioren schlafen noch, Carsten sicherlich bis Mittag und an Wiebkes Tür werde ich so leise, wie möglich vorbeischleichen. Mein Bürokram wartet! 

Dabei rattert mein geschundener Kopf. Was war vor sieben Jahren? Sieben Jahre sind nichts und doch so viel! Ich gäbe was drum, wenigstens dafür den Ausschalter zu finden …