Schlagwort: Lebensqualität

Vorsicht Polemik und versöhnliches

“Ich kann dir gerne helfen, aber nur dann wenn es mir in die Zeit passt!“ Ob es mir dann passt, danach fragt sie nicht. Unterschwellig bedeutet das, dass wir froh sein sollten, überhaupt Hilfe zu bekommen. Glücklich darüber, dass sich jemand Zeit nimmt – ob es uns in den Kram passt oder nicht! Moment mal, es soll jetzt nicht der Eindruck entstehen, dass sich Helferinnen oder Assistenzkräfte nur nach uns richten sollen. Aber wenigstens ein bisschen Selbstbestimmung und nicht nur Abhängigkeit tut unserem (schließe immer die Junioren mit ein) Selbstbewusstsein (auch der Kerle und das Töchting brauchen das) gut! Sehr oft richte ich unsere Aktivitäten danach aus, ob auch genügend Menschen da sind, die uns helfen. Einiges kann ich mit den Junioren alleine machen, sehr vieles nicht!

Heute Nachmittag scheint es sonnig zu werden. Auch ohne lädierten Po könnte ich zu dieser Jahreszeit nicht alleine mit zwei rollstuhlfahrenden Junioren spazieren gehen. Ja, ich muss mir sogar schwer überlegen, wie ich sie baden lassen kann. Ins Wasser ist kein Problem – nur wieder rausholen, nass und nicht gut zu packen, sowieso und mit Schmerzen gar nicht so einfach. Ich schaffe das! Ich schaffe das immer, ich brauche kein Mitleid – nur ab und zu, zur rechten Zeit eine zupackende Person an meiner Seite. Dann, wenn es dem Kerle passt, oder dem Töchting und nicht, wenns grad im Dienstplan steht.

Wo bleibt das Versöhnliche? Der Kerle und dem Töchting geht’s gut, geht’s richtig gut – sie singen und sind grundzufrieden. Ungewaschen, ungekämmt, etc. pp …

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fremdes Gedicht

Warum lächelst Du

Warum lächelst Du
so freundlich, wenn
Du mich siehst?

Warum fragst Du
nicht
was Du tun
kannst,
damit auch ich
zu den Orten kommen
kann,
zu denen Du kommst,
auch mit meinem Rollstuhl?

Kassandras Ruhm

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In Stuttgart haben wir, trotz Gedränge, auch Hilfsbereitschaft erfahren. Junge Männer wollten die Rollstühle Treppen hochtragen, Menschen haben an Engstellen Platz gemacht. In der U-Bahn war allerdings ein Vater merkwürdig. Sein Kind hatte offensichtlich Angst vor Carstens freundlichem Grinsen. Der Vater nahm sein Kind, warf mir einen bösen Blick zu, hielt dem Kind die Augen zu und verschwand in eine hintere Sitzreihe um dort kopfschüttelnd Platz zu nehmen…

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es ist nie zu früh

… meinen Wunschzettel zu schreiben:

einen Spiegel, der gnädig zu mir ist
eine Taschenwolke, die über verrückte Leute abregnen kann
eine günstige Brise, die auch mal steif wird
einen hohen Berg, zum draufsteigen und wieder runterkommen
einen Rückzugsort, wo mich jeder findet
Zeit, für eigene Gedanken
die Sprache der Menschen verstehen
jemanden, der/die mich so mag, wie ich bin
ein Lied für mich
immer genug Geld, auch manchmal für Schnickschnack
ach ja – jemanden, der/die für mich kocht


Und, was steht auf deinem Wunschzettel?

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Heute hat den ganzen Tag mein Herz gestolpert. Aber erst im neuen Jahr habe ich einen Kardiologentermin. Die Humangenetikerin aus der Uniklinik Tübingen hat mir den Termin sehr nahe gelegt – ich habe es schleifen lassen. Sie meint, ich sollte auch an meine Gesundheit denken. Aber das hat nur am Rande etwas mit dem Wunschzettel zu tun!

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