Schlagwort: Kuddelmuddelgedankenchaos

Samstagmorgengedanken

Es ist gar nicht mal so früh an diesem Samstagmorgen. Ich strolche durch verschiedene Blogs und denke mir: ich muss raus aus dieser Bubble, ich fühle mich gefangen. Aber wie schaffe ich das, die immer gleichen Themen zu durchbrechen? Ich lese bereitwillig Dinge, die mich überhaupt nicht interessieren, nie interessiert haben – über Büroarbeitsplätze, über Bücher, die ich nie lesen werde, und über Reisen, die ich niemals machen kann. Ich stecke fest. Auch der Umstände wegen, weil ich nicht flexibel genug bin. Sind es die äußeren Umstände oder mache ich sie mir selbst?

Vermutlich sowohl, als auch. Ich habe mich in meiner Bequemlichkeit eingerichtet. Es ist ja auch einfach, dazusitzen und machen zu lassen, statt selbst zu tun. Selbst zu tun braucht erstens Mut und zweitens Kraft und drittens den Tritt in den Hintern, um anzufangen.

Als Erstes muss ich mich zwingend öffnen und neu orientieren – ich möchte die Menschen in der Bubble nicht verlassen, sie sind mir wichtig, ich möchte nur auch mal woanders hin. Dazu braucht es aber Offenheit von anderen Leuten außerhalb und keine geschlossene Blase. Es braucht Türen, die auch mal andere, vielleicht vordergründig unbequeme Menschen, in ihr Reich reinschauen lassen und nicht gleich sagen: die ist aber blöd! Die hat vor ein paar Jahren den Laden dermaßen aufgemischt, die lassen wir nicht wieder rein, weil sie total was anderes sagt.

Wisst ihr, wenn man diesen Stempel hat, wenn man anders ist und vielleicht auch noch anders aussieht, eine andere Sozialisierung hat und anders denkt, dann muss man ganz schön strampeln, um in anderen Gruppen Fuß zu fassen.

Ich weiß, wovon ich rede! Ich bin ausgegrenzt worden, auch deswegen, weil ich provozierend war und unkonventionelle Ideen hatte, Thesen aufgestellt habe, die den Finger in die Wunde gelegt haben und die den Mitmenschen den Spiegel vorgehalten haben. Niemand mag in eine Fratze gucken, ich auch nicht. Da wurde mir gesagt: du hast hier nichts zu suchen, guck nach Gleichgesinnten und lass uns mit deinen kruden Ideen in Ruhe. Da wird man zum Einzelkämpfer. Aber als einzelner kannst du nichts machen – da wirst du höchstens einsam und suchst dir halt ne Bubble, wo du zwar nicht wirklich reinpasst, aber geduldet bist. Und ganz im Inneren sehnst du dich nach anderen und stößt an verschlossene Türen.

pitsche, patsche, padder, nass

Nur kurz wollten wir ins Dorf, nur kurz den neuen Bäcker begutachten und eine Brezel kaufen. Das Töchting übt zu bestellen und nutzt jede Gelegenheit dem Verkaufspersonal nicht ins Gesicht gucken zu müssen. Wie das allerdings mit dem Bestellen klappen soll, das wissen die Götter!

Wiebke hat bestellt. Zwar keine Laugenbrezel, sondern einen Berliner: „Carsten wir teilen uns den, okay?“ „Joa, können wir machen.“

Wir kommen aus dem Ladengeschäft kaum raus, weil die Straße davor aufgerissen ist. Keine zwei Meter weiter öffnen sich die Wolken und sturzbachmäßig fängt es an zu pladdern. Dicke Tropfen – platsch! Zurück geht nicht. Nach vorne und los. 

Auf dem halben Weg nach Hause ist unsere Dorfbücherei! Nass, wie Nachbars Katze rennen wir in den Vorraum. Wiebke fällt schnell ein, dass sie noch Tonie-Figuren (Hörspiele) braucht und Carsten meint: „Mama, das Buch, was wir grad lesen, ist nicht der Burner! Können wir nach einem anderen Roman gucken?“

Also Lesestoff ausleihen  – mit durchweichter Hose und Anorak, der den Namen nicht verdient.

Wenigstens war es anschließen auf dem restlichen Heimweg nur tröpfelig. Daheim haben wir uns umgezogen und es gab was feines zu trinken.  

allein oder einsam

Ein Nichtgesehenwerden! Einsam unter Menschen – nein, stimmt ja nicht. In der Regel ist es so, dass ich, wenn ich unter Menschen/in Gesellschaft bin, weder allein noch einsam bin.

Es ist die Angst, allein gelassen zu werden mit all dem, was ich nicht bewerkstelligen kann, weil mich manche Dinge überfordern und auch Angst machen.

Aber ich wiederhole mich. Sage immer wieder dasselbe. Bekomme immer wieder dieselben Vorschläge. Die Angst bleibt. Die Erschöpfung verschwindet nicht. Der eiserne Ring um die Brust zieht sich mehr und mehr zu. Zeit zum Staunen wird knapp. Zeit, an sich selbst zu denken, wird nicht genommen, weil ja noch Getränke eingekauft, die Betten abgezogen und gewaschen werden, die Zimmer geputzt und das Laub auf dem Gehweg gekehrt werden muss. Ein Schemen verfolgt mich. Setzt sich auf mich und drückt mich nieder.

„Du musst doch nur Hilfe annehmen!“ Ja, welche?

Ich atme ein und aus. Viel zu schnell. Viel zu hektisch. Und eigentlich viel mehr ein als aus. Vor lauter Funktionieren vergesse ich, an mich zu denken, bekomme die Luft nicht wieder raus und beginne zu husten. Erst dann merke ich meine Überforderung körperlich. Merke, dass mich niemand hält, wenn ich mich selbst nicht halte. Doch ich bin mir selbst nicht genug!

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