Heute habe ich neunundsiebzig Stück gemacht!
Was hast du gemacht?
Carsten guckt mich an, als ob ich mich absichtlich blöd stelle: Neunundsiebzig Ablassschrauben!
Aha, ist das viel? – Jetzt stelle ich mich wirklich absichtlich blöd an, weil ich nämlich weiß, dass das relativ wenig ist.
Ach Mama, ich hab doch bloß ganz kurze Zeit gearbeitet.
Aus dem Töchtingzimmer kommt ein ziemlich frecher Ton angeflogen: Und ich hab gar nichts gemacht!
Schlagwort: Kuddelmuddelgedankenchaos
Wie nur?
Wie bekomme ich hier die Schwere raus? Es sind nicht alles Steine, es gibt ebenso schöne Momente. Zum Beispiel wenn Wiebke ungefragt ihre Trinkflasche in die Spüle stellt und bei Carsten vorbeirollt und sich sein Glas geben lässt, um dies dann auch in die Küche zu bringen. Oder, ich laufe in die Weinberge, finde dort ein Wengerterhäuschen mit Schatten und sitze dort sinnierten. Die Winzerfreundin (ich nenn sie jetzt mal so) kommt vorbei und reicht mir eine Flasche Wasser: „Hier trink was, du hast schon einen roten Kopf!“ Das hatte ich nämlich völlig vergessen.
Meine Sorgen kann ich leider nicht abstellen – es ist einfach viel zu viel für eine allein! Die Junioren sind bei der Bandprobe und heizen den ohnehin warmen Probenraum kräftig ein.
Sticker, leider nicht von mir
nur nicht aufgeben
Gegen den Strom zu schwimmen, ist deshalb so schwer, weil einem so viele entgegenkommen. | Henry Ford
Ich schon wieder! Aber ich wollte euch schreiben, dass ich nicht nur herumsitze und jammere.
In Ratzeburg, das habe ich durch Zufall erfahren, gibt es eine Rehaklinik, die Kuren für pflegende Angehörige mit ihren zu Pflegenden anbietet. Schön, das gefällt mir. So etwas suche ich. Ich habe dort sofort angerufen. Eine ausgesprochen freundliche Dame am Telefon hat sich lange mit mir unterhalten. Allerdings hat sie mir wenig Hoffnung gemacht. Das Haus ist auf alte Menschen mit Demenz ausgelegt. Meine Junioren sind vermutlich zu fit und zu jung. Dennoch lasse ich mir die Unterlagen zuschicken und probiere mein Glück.
Ist schon blöd, nirgends dazuzugehören. Für eins zu jung. Fürs andere zu alt. Fürs weitere leider nicht fit genug. Fürs nochmal andere zu fit!