Schlagwort: Kuddelmuddelgedankenchaos

Kreislaufwetter

… und ein Besuch in der Stadt!

Wir haben heute eine Spende bekommen und gleich auf den Kopf geklopft. Der Junioren beider Armbanduhren haben fast zeitgleich ihren Geist aufgegeben. Des Töchtings Uhr schon länger und nun auch die, des Kerle. Heute war eine junge Nachbarin als Helferin bei uns. Sie ist sehr spontan. Wann fährt der Bus? In zehn Minuten! Na, dann los. Lass uns rennen. Ab in die Stadt. Ins Kaufhaus, das nicht geschlossen wird. Uhr aussuchen, bezahlen, raus aus dem Gewimmel, ab an den Neckar. Nein, vorher noch ins Spielwarengeschäft, es gab ja auch Taschengeld und das muss unter die Leute – Uhren brauchten die Junioren sich nicht selber kaufen – haben wir ja von der großzügigen Spende gemacht. DANKESCHÖN liebe S.K.!

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Aber warum heißt das Kreislaufwetter? Heute ist’s wieder heiß, müdes Kopfschmerzwetter. Eisesswetter, viel trinken und Schatten suchen, am besten am Flussufer. Schön war‘s – und ich bin dennoch erschöpft.

Kommentare sind das Salz der Suppe!

Applaus

So gut es geht, so gut ich kann. Ich möchte keinen Applaus dafür, dass ich mit meiner Behinderung mein Leben lebe. Aber Verständnis dafür, dass es für viele Menschen (und deren Angehörige) mit Behinderung ein Kraftakt ist, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, ist durchaus angebracht. Und das leider liegt in erster Linie an den vielen Barrieren, die uns Menschen mit Behinderung in den Weg gelegt werden. | Raúl Krauthausen

Ich kann das voll und ganz unterschreiben und Versuch ja auch hier im Blog aufzuzeigen, welche Steine ich tagtäglich wegräumen muss. Ein bisschen Anerkennung – und nicht nur nicken, was im übrigen ja nicht gesehen werden kann – ein bisschen Zusprache und vor allem Hilfe, in dem Sinne, dass nicht noch mehr Steine,  Hindernisse etc. in den Weg geworfen werden, stattdessen Menschen, die die Steine sehen, diese wegräumen, das täte allen behinderten Menschen gut.

Managerin

Leider bin ich keine, müsste aber eine sein, bei dem Kuddelmuddel hier vor Ort!

  • Uniklinik Tübingen hat eine Privatrechnung geschickt.
  • Krankenkassenmitarbeiterin – inzwischen eine sehr verständnisvolle – schickt laufend Mails wegen der Inkontinenzversorgung vom Kerle. Nach langem Hin- und Her sind wir auf einem guten Weg. Der Medizinische Dienst muss nun entscheiden. Der tut das leider meist nach Aktenlage, ohne den Patienten überhaupt gesehen zu haben.
  • Das Vormundschaft Betreungsgericht fordert den jährlichen Bericht ein, dass meine Junioren immer noch nicht selbstständig leben können und nicht über ihre Finanzen eigenständig verfügen können.
  • Vierteljährlich wird geprüft, ob ich meine Junioren auch gut versorge.
  • Assistenzkräfte gibt es immer noch nicht ausreichende.
  • Mein Bauch brummelt und der Hausarzt sagt, dass das psychosomatisch ist, weil nämlich kein Medikament wirkt. Inzwischen nehme ich ein Psychopharmakon, das Heißhungerattacken hervorruft – sehr kontraproduktiv zu meinen Magenschmerzen.
  • Bandprobe fällt kurzfristig aus.
  • Werkstattangehörigenfest ist morgen – ein Kuchen muss ich backen.
  • Nächste Woche ist Tag der offenen Tür in der Lebenswerkstatt und sie möchten doch bitte gerne auch einen Kuchen.
  • Carstens Astronautenkost ist zur Zeit nicht lieferbar! 

…und das normale Leben geht nebenbei auch weiter. Der Garten, den ich nicht liebe, das bisschen Haushalt, die tägliche Waschmaschinenladung, Betten ab- und wieder beziehen, Köstlichkeiten des täglichen Bedarfs einkaufen …

  • Vergessen hab ich Wiebkes Rollstuhl, dessen Sitzschale nicht mehr passt. Mein Töchting sitzt nicht sehr aktiv und fällt fast raus.

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