Schlagwort: Junioren

zwölf Stunden später

Von Langeweile ist nicht viel übrig geblieben. Wir waren zwar wieder nicht draußen – das Wetter war zu unbeständig. Geregnet hat es dann doch nicht, aber das konnte ich nicht abschätzen. Auch wollte weder der Kerle noch das Töchting spazieren gehen. So haben wir gespielt. Mit den Schlümpfen und Autos, mit den Männlein vom MenschÄrgereDichNicht und Memory – wobei ich da haushoch gegen meine Tochter verloren habe. Zum Buch lesen sind wir nicht gekommen, denn jetzt läuft die Sportschau mit der Bundesliga. 

Heute Nachmittag hatte ich Besuch! Zu gerne würde ich drei Ausrufezeichen setzen, denn so herausfordernd habe ich mich lange nicht unterhalten. Die Besucherin hat eine Weltanschauung, die meiner sehr konträr gegenübersteht und dennoch waren unsere Berührungspunkte sehr nah beieinander. Ihre Philosophie von Reinkarnation und Kosmos ist so gar nicht meine, aber das Gespräch war, bei aller Unterschiedlichkeit, ein spannendes.  Und da wir jede die Ansichten der anderen gelten gelassen haben, wurde die Diskussion zeitweilig schon sehr hitzig, aber war immer fair. Ich habe es genossen! Endlich mal ich als Mensch und nicht nur als Mutter zweier behinderter Junioren. Für mein Selbstbewusstsein war das Seelenschmiere (Balsam) und Anerkennung meiner kognitiven Fähigkeiten. Schön war’s. Für eine Weile fühlte ich mich frei!

Tagebuchbloggen – 27.4.23

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt! | Wilhelm Busch

Vor zwanzig Minuten habe ich mein Töchting aus der Werkstatt nach Hause geholt. Bauchweh (Durchfall), die Hüfte schmerzt, durch zu viel weinen jetzt auch noch Kopfschmerzen. Sprich; ihr gehts gar nicht gut. Dabei wollte ich selbst – nach fünf Wochen – endlich einmal wieder zur Physiotherapie, meine lädierte Nackenmuskulatur lockern lassen. Wird nichts draus. W. ist krank daheim. 

Wütend ist sie immer noch. Jetzt, weil sie nicht in der Werkstatt bleiben dürfte. Sie weint, möchte sich aber nicht ins Bett legen. Auf die Terrasse will sie auch nicht. Spielen, trinken, essen will sie nicht. Was sie will, weiß sie nicht…

Fortsetzung folgt!: 13:03 – Zum Beispiel mit einem Link! Mein Töchting lacht inzwischen wieder, aber gutgehen ist was anderes! Mittlerweile spuckt sie. Wie man dabei lachen kann, weiß ich nicht. Sie tut es aber. 

18:57 früher Abend – der Kerle hustet, macht aber tapfer seine Übungen inhaliert wenigstens. „Die Atemübungen sind langweilig!“, sagt er. Meiner Tochter gehts phänomenal gut, sie isst Zwieback und trinkt dazu Cola. ENTWARNUNG, morgen ist wieder Werkstatt angesagt!

und sie singt

Genau so soll ein Morgen sein! Ohne Zetern und Hektik. – Das war vor einer Stunde! Inzwischen war alles drin: lachen, weinen, verzweifelt, fröhlich sein und sogar wütend, weil ich sie nicht verstand. In einer halben Stunde zwischen aufwachen und aufstehen kann viel passieren. Schon gleich, wenn es zweimal ist. Einmal Kerle, der morgens meistens relaxed in den Tag startet, aber auch schon mal sauer sein kann, wenn seine Schwester schon in aller Frühe Pumuckl hört – in voller Lautstärke versteht sich. Zum anderen, wenn das Töchting das nicht soll und stattdessen ins Bad muss, um sich anziehen zu lassen, das aber (noch) nicht will. Dann kann schon mal ein bisschen Hektik aufkommen…

… doch wenn der Bus vor der Tür steht, dann lacht sie wieder!

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