Behinderung, Gedanken

sauer

Oh je, was bin ich sauer! Habe ich von der Musikerfreundin der Junioren ein Gedichtbändchen geschenkt bekommen, in dem eine Mutter ihre Erfahrungen mit ihrer behinderten Tochter in Versen aufgeschrieben hat. Eigentlich bin ich die richtige Klientel, uneigentlich dann wieder nicht. Schreibe ich selbst Gedichte, zwar nicht (oder nur selten) über meine behinderten Kinder und schon deswegen hat die Freundin gedacht, es wäre was für mich.

Die Gedichte haben mich nicht berührt. Ich empfinde sie als eine Aneinanderreihung von Worten. Für mich haben sie keine Seele. Schade! Was mache ich nun mit dem kleinen Buch? Ich werde es nicht wegwerfen. Aber ich werde es ins Regal ganz nach hinten stellen – vielleicht habe ich in ein paar Wochen einen anderen Zugang.

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Gehts euch manchmal auch so, dass ihr in guter Absicht etwas geschenkt bekommt und dieses bei euch so gar nicht ankommt?

Gedicht

meine Gedichte

Meine Gedichte

reimen sich nicht
haben kein Versmaß
sind nicht genormt

Sind keine Haiku
auch keine Balladen
keine Sonette
schon gar keine nette

Meine Gedichte
sind meins
und nicht deins

Sie sind rau
ungehobelt
unbearbeitet
grob und echt

 – aber nicht schlecht

©petra ulbrich

Gedanken, Gedicht

Gedichte und der Hocker

Gedichte reißen nur wenige vom Hocker. Gedichte sind etwas sehr individuelles und wahrscheinlich interpretierbarer, als Krimis! Meine Gedichte kommen aus dem Bauch heraus und sind selten wohlgefeilt und ad  hoc geschrieben. Was heißt, dass die meisten meiner Gedichte innerhalb einer halben Stunde entstehen. Meistens sogar noch nicht einmal handschriftlich – sofort in die Eingabemaske des Dashboard. 

Ich liebe Gedichte, lebe mit ihnen und schreibe trotzdem nicht regelmäßig. Vielleicht sollte ich etwas disziplinierter sein – vielleicht sollte ich grundsätzlich disziplinierter sein und nicht so sprunghaft. Denn so wie mich mein Blog darstellt, so ambivalent, so bin ich tatsächlich auch im wahren Leben. Viele Menschen in meinem Umfeld verwirrt das. Sehr wahrscheinlich verwirrt auch dieses Blog viele Leserinnen. Es ist nicht meine Absicht. Vermutlich polarisiere ich. Das ist – so scheint es mir – nicht immer von Vorteil!