Schlagwort: behinderte Angehörige

Wochenende

Schon wieder Wochenende. Schon wieder ohne große Änderungen und die Frage, was machen wir… Ich spüre, wie mir alles zu eng und zu viel wird. Lösungen habe ich keine. Wir müssen, wie alle weiter durchhalten. Ich versuche mir ein paar Momente zum Durchatmen zu schaffen – also ihr ahnt es. Es wird eigentlich mal wieder gar nichts passieren.

Gestern haben wir Kerzen gegossen, das ist wirklich nicht nichts – aber ich hätte lieber einen großen Ausflug mit den Junioren gemacht. In den Schwarzwald oder so! Der Kerle hat Rückenschmerzen und mag nicht aufstehen und des Töchting linke Hüfte tut erbärmlich weh. Sitzen ist nicht gut und liegen auch nicht. Sie liegt gekrümmt sehr schief im Bett. Ihre ganze Körperhaltung ist schlecht und mir tuts in der Seele weh – wie gerne würde ich den beiden ihre Schmerzen abnehmen!

Meiner linken Niere gehts besser, meine Lunge ist gut, heute Nachmittag, so denke ich, wird die Pastorenfreundin kommen und dann ist auch bald wieder Wochenbeginn. Die Sonne traut sich verhalten hinter dem grau heraus – vielleicht können wir etwas spazieren gehen.

Tagebuchbloggen

Wir sind alle ein schwarzes Loch an Bedürfnissen.

Nennt man das so? Das, was ich mache? So ganz stimmt das nicht – denn ich habe aufgehört aufzuschreiben, was hier geschieht. Für manche Leser zu profan, für andere nicht nachvollziehbar und für wieder andere zu aufgemotzt. Wenn aber eines meiner Kinder daheimbleiben muss, weil es etwas erhöhte Temperatur hat, sich ansonsten aber gut fühlt und gerne in die Werkstatt wollte, aber nicht darf, dann überkommt mich immer wieder einmal der heilige Zorn auf Corona! Dann werden die Tage lang, weil das Gegenüber nicht da ist, mit dem sie sich reiben könnten. Mir bringt das auch meinen Plan durcheinander. Einkaufen wird aufs Nötigste reduziert und holterdiepolter erledigt.

Es ist kalt draußen – der Mai hat begonnen! Ein milchiger Himmel grüßt. Kein Regen – noch nicht! In der Straße ist es ruhig, kein Auto ist in Klopapier eingewickelt und getanzt hat heute Nacht auch niemand. Wir wären gerne in einen Zoo gegangen oder auch nur in einen Tierpark, aber die Junioren werden sowieso schon zweimal in der Woche getestet, noch öfter will ich ihnen das nicht zumuten. An schwimmen, essen, Kino gehen, mag ich gar nicht mehr denken, dann wird mir der Kloß in meinem Bauch erst recht zum Wackerstein! Ich lasse den Kerle und das Töchting schlafen, die Maiwanderung und angrillen fällt eh ins Wasser …

habt ihr den Knall gehört?

Bis heute Mittag habe ich nicht dran geglaubt, aber dann ging es ganz schnell: Die Junioren sind das erste Mal geimpft – mit dem Impfstoff Moderna. Beide sind fit. „Mama, es hat nicht weh getan!“ Wiebke hat nicht einmal mit der Wimper gezuckt und Carsten hat gefragt: „Wann kommt denn Mama dran?“

Tja, wann komme ich dran? Der Kerle und das Töchting sind in der Lebenswerkstatt geimpft worden – die Angehörigen müssen sich selbst kümmern. Ich telefoniere mir seit einiger Zeit schon die Finger wund, auch online ist’s schwierig, aber ihr könnt euch sicher vorstellen, wie riesig froh ich bin, dass die Junioren nun endlich die erste Impfung haben. 

Habt ihr den Knall vom Felsbrocken gehört, der mir vom Herzen gefallen ist?

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