Schlagwort: behinderte Angehörige

zu mutig?

Gerade im Moment verlässt mich der Mut. Bin ich zu mutig gewesen? Mein Neffe kommt uns besuchen – heute Abend. Für die kommenden Tage habe ich einen Kurzurlaub gebucht. Sehr spontan. In Oberschwaben. In einem schönen Hotel mit Schwimmbad und gutem Essen. Sehr spontan – vielleicht zu sehr? Die Junioren freuen sich. Aber ob sich der Neffe auch freut? Ich bekomme so langsam gewaltige Angst vor meiner eigenen Courage. Er hat jedenfalls gesagt, dass es ihm recht ist. 

Wie lange war ich nicht weg? Viel zu lange! Und jetzt krieg ich Muffensausen. Dabei wünsche ich mir nichts mehr, als endlich einmal wieder in einem Hotel aufzuwachen, mich an den Frühstückstisch zu setzen und mich bedienen zu lassen. Wenn denn nicht der Reichsbedenkenträger seine Ansprüche anmelden würde!

Karfreitag | nicht privat

Den ersten Karfreitagbeitrag, den von vor fünf Minuten habe ich auf Privat gestellt. Meine Befindlichkeiten sind es, und die gehen niemanden etwas an. Der Tag war schwierig schön anstrengend, um es kryptisch zu sagen. Schön, die Begegnungen! Anstrengend, freundlich zu sein – auch wenns schwer fällt und die Füße wegsacken, weil der Kerle mit der Farbe von Ziegenkäse konkurriert. Alles ist gut. Und niemand hat gesagt, dass das Leben einfach ist.

mit den Füßen Fliegen fangen

Oft genug könnte ich mich auf den Kopf stellen und mit den Füßen Fliegen fangen. Nicht jeden Morgen – doch heute war so einer. Es regnet! Aber das ist gar nicht schlimm. Überhaupt ist der Morgen ganz normal. Normales Chaos eben. Meine Tochter singt, der Kerle poft, Durchfall ist auch wieder da.

Inzwischen ist Nachmittag und das Wechselbad der Gefühle, bzw. die Achterbahnfahrt  ist einmal wieder voll angefahren. Pflege ist ein Fulltimejob. Krankenkassen, die eigentlich zum Wohle des Patienten da sein sollen, tun vordergründig sehr verständnisvoll, haben aber Richtlinien, die haarscharf an den Bedürfnissen der Menschen vorbeischrammen. Den halben Vormittag habe ich wegen der Inkontinenzversorgung des Kerles herumtelefoniert. Bislang habe ich die Windeln selbst besorgt und bezahlt. Eine Beraterin riet mir, das doch über Rezept abzurechnen. Ja, und da fängt die Misere an. Es gibt eine Pauschale von 24,50€ im Monat – bei einem Windelpreis von ca. 55Cent pro Stück. Das sind 49Stück, noch nicht einmal 2Windeln pro Tag. Ein Witz. Kein Witz, vielmehr Hohn. Ich könnte kotzen. Wenn das der Kerle nicht schon wieder machen würde. Er tut`s.  Dagegen isst er nichts und trinken auch nicht. Mehr erzähle ich nicht, zu mehr reicht meine Kraft nicht. Die anderen Baustellen mit der Krankenkasse gestalten sich auch schwierig. Nett sind sie, ja das sind sie – aber eine klare Aussage bekomme ich nicht.

Jetzt ist früher Abend und – na ja, es ist der normale Alltag weitergegangen. Eine nasse Hose im Jugendhaus. Ich hatte eineinhalb Stunden eine schöne Zeit bei der Freundin. Aber den verlorengegangenen Faden für diesen Beitrag hab ich nicht wieder gefunden …

 

 

 

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