Schlagwort: Autismus-Spektrum

Husten, Quark und sonstige Dinge

Quark mag ich am liebsten mit Kartoffeln essen oder süß angemacht mit Früchten und ein bisschen Sahne drin. Honig mag und darf ich nicht. Beides zusammen, wie mir eine Kommentierende vorgeschlagen hat, auf die Brust schmieren will ich nicht. Denn erstens klebt es und zweitens hilft dieses Gemisch garantiert nicht gegen meinen Husten, der kein „sogenannter oder auch Würfelhusten“ ist. Jede Art Hausmittelchen wäre rausgeschmissenes Geld. Der Husten, den ich habe, ist ein wenig, um nicht zu sagen komplett, was anderes. Ursache dessen ist ein Lungenemphysem* und so etwas, das müsste auch den ambitioniertesten Hobbymediziner*innen klar sein, bekommt man nicht mit Quark in Griff.

Unter „sonstige Dinge“ möchte ich erzählen, dass ich zwar kein ausgeprägtes Selbstwertgefühl habe, dennoch aber mein Leben und das der Junioren souverän meistere. Wenn man uns unterwegs sieht, dann sieht man eine toughe Frau, die alles schon geregelt bekommt. Nach außen kann mir keiner was. Auch deswegen schreibe ich hier im Blog so offen von meinen Ängsten, denn ich bin weiß Gott nicht die einzige, die so rumläuft. 

09:36 Uhr – mir scheint, es wird Normalität, dass ich Nachträge dranhänge! Unter „sonstige Dinge“ fällt auch noch mein Unbehagen in Blogs zu kommentieren, von denen ich meine, die Blogbetreiber*innen haben gar kein Interesse an meinen Kommentaren und schon gar keins an mir. Ein bisschen dumm komme ich mir dann vor. Auch gemobbt, wenn so gar keine Resonanz zurückkommt.

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*geraucht habe ich übrigens nie wirklich.

Autismus ist anstrengend

Nicht nur für mein Gegenüber. Autist zu sein, ist eine Gratwanderung. Ich habe im Laufe der Zeit, auch weil ich autistisch bin und immer alles nach genauem Plan machen möchte, zudem auch noch perfekt und für jeden recht, eine Generalisierte Angststörung entwickelt. Schon als Teenager hatte ich Panikattacken, die in keinster Weise eine Ursache hatten. Aus heiterem Himmel hatte ich Angst. So etwas kommt heute auch noch vor, aber eigentlich habe ich permanent Angst. Nicht vor Spinnen, nicht vor großer Höhe, nicht vor wilden Tieren oder Feuer. Als der Kerle am Samstag so gestürzt ist und blutüberströmt vor mir auf dem Parkplatz lag, da hatte ich keine Angst. Da habe ich rational reagiert und entschlossen gehandelt. Als des Kerles Tablet invalid war (und vielleicht noch ist), da habe ich Panik geschoben. Meine Angst ist auch stückweit eine Soziale Phobie – ich habe tatsächlich Angst auf Menschen zuzugehen.

Ich dachte eigentlich, ich hätte das ausreichend im Blog kommuniziert. Anscheinend nicht. So großspurig, wie ich scheine, bin ich nicht und ich dachte auch, das wissen langjährige Leser*innen.

Vom kräftezehrenden Maskieren habe ich erzählt – das heißt, immer im Vorfeld durchspielen zu müssen, was das Gegenüber von mir erwartet und doch nichts wissen können, weil auch ich keine Gedanken lesen kann und tausenddreiundsiebzig Mal komplett daneben liege. Enttäuschungen machen mir Angst, die ungewisse Zukunft, nicht zu genügen, die Erwartungen nicht erfüllen zu können, obwohl ich doch im Vorfeld alles durchgeplant habe. Simple Telefonanrufe werden zum Höllentrip. Behördenkontakte sind schlimm, einfach nur schlimmer Horror – auch wenn ich weiß, dass sie mir helfen wollen.

Ich würde lieber mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug springen, eine Felsen hochklettern oder über die schwankende Hängebrücke balancieren, als freiwillig fremde Menschen ansprechen. Dass ich einen Urlaub, für die ausgefallene Reise der Junioren gebucht habe – ganz allein – das ist eine Meisterleistung. Dass ich immer wieder Konzertkarten für meine rollstuhlfahrende Junioren besorge, kostet mich jedesmal (!) eine wahnsinnige Überwindung und ist auch beim xten Mal immer wieder das erste Mal.

Gute Nacht, schlaft fein. Träumt süß von sauren Gurken!

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Tut mir leid für die Überschwemmungsflut an Beiträgen!

spülen

Kann mal jemand meine Lieblingstasse spülen und den ganzen Kaffeesatz, der eh die Zukunft nicht voraussagt, mit entsorgen?

Der vorherige Kommentardisput hat bei mir den Katastrophen-Modus ausgelöst. Durch Reizüberflutung! Ich konnte nur noch Kämpfen-Fliehen-Erstarren. Wenn ich in so einer Situation bin, in der fliehen unmöglich ist, kann ich entweder kämpfen (Meltdown) oder erstarren (Shutdown). Manchmal folgt ein Shutdown auf einen Meltdown, manchmal umgekehrt und manchmal ist es eine Kombination. 

Wenn der Meltdown da ist, gibt es kein entfliehen mehr. Kein Rationalisieren. Kein Erklären. Dann  folgt der Shutdown und ich implodiere!

13:42 Uhrzu meinem Schutz habe ich den vorherigen Beitrag auf ‚Privat‘ gestellt!
14:10 Uhr – Nein, ich will nicht zensieren. Hab es wieder freigeschaltet.

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