Schlagwort: Angst

Alptraum

Die letzte Nacht verbracht, mit Träumen von Krieg und Tod. Immer wieder war ich wach. Immer wieder kamen diese Bilder. Einmal bin ich aufgewacht von meinem eigenen Schrei. Dieser Konflikt, dieser Krieg in der Ukraine macht mich hilflos. Die Bilder vom Massaker in Butscha kann ich nicht ertragen. Sie machen mich wütend und traurig zugleich.

Warum? Was bringt es Menschen abzuschlachten? Was macht das mit mir? Warum geht mir das so nah? Mir sacken die Beine weg und immer wieder sehe ich meine Kinder auf der Straße liegen. Mit gefesselten Händen, die Räder des Rollstuhls rollen noch …

angreifbar

Keine Ahnung was ich mache, ob ich weiter schreibe oder mich zurückziehe? Auf jedem Fall ist mir anonym signalisiert worden, dass ich mich doch nur zusammenreißen solle und dass Angst keine Krankheit ist. „Es gibt so viele Menschen, die berechtigte Angst haben müssten und keine haben, warum musst du deine so thematisieren?“ Damit wird meine Angst nicht ernst genommen, klein gemacht und mir ein schlechtes Gewissen eingeredet.

Sorry! Aber meine Angst ist nur eine Baustelle von vielen. Wo soll ich denn anfangen? Nebenbei ist da noch die Behinderung meiner Junioren. Und so ganz plötzlich hat sich die Essproblematik von Carsten auch nicht in Luft aufgelöst. Der Druck, dass er verhungern könnte, ist zwar raus, aber dennoch isst der Kerle nicht ausreichend und ich muss aufpassen, dass er genügend Nahrung bekommt. Dem Töchting geht’s gut, aber auch sie hat ständig Hüftschmerzen und wenn ich nicht an die Schmerzlinderung denke, dann tut das niemand. Auch sie isst nur, wenn ich ihr etwas hinstelle. Hunger und Durstgefühl haben beide nicht! Eigentlich bin ich dauernd sprungbereit! Unsere Situation so wiederzugeben, ohne dass es als Jammern und Wehklagen ausgelegt wird, ist verdammt schwierig. Denn es ist nicht nur Arbeit. Arbeit ist sogar das kleinste Problem…

Still werde ich nicht werden, auch wenn ich hier im Blog nicht die nötige Resonanz bekomme, die ich mir erhofft habe. Mein/unser Leben ist ein völlig anderes, als das, was ihr landläufig kennt.

Angst ist trotzdem etwas, was nicht einfach als Undiszipliniertheit angesehen werden kann. Angst kann ein Leben bestimmen und ich kämpfe hart, dass das nicht passiert!

Über Angst

Da unsere Kindheit lange dauert, stehen die Türen für Turbulenzen und Verletzungen jeglicher Art eine geraume Zeit offen – unsere schöne und komplizierte Seele riskiert anhaltende Traumata durch Wunden, die uns schon zugefügt werden, bevor wir überhaupt laufen konnten.

Mir ist heute während einer Therapiestunde einmal wieder vor Augen geführt worden, was ich schon wusste, aber nicht wahrhaben will – nämlich das, dass ich in meinen frühen Jahren Erlebnisse hatte, die mich geschockt haben. Um da rauszukommen, muss ich erforschen was das war. Doch wenn jegliche Erinnerung verschüttet ist und das Schutt wegräumen aus Angst, etwas zu entdecken, was ich nicht sehen will, nicht gemacht wird, dann wird’s schwierig …

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