still und Aktionismus

Ich hatte mich aufgelöst – über Jahre hinweg. Unmerklich. Sutsche piano! Ich hoffe, es wird nicht Jahre dauern, mich wiederzufinden. Natürlich kann ich nicht erwarten, dass über Nacht alles gut wird, was jahrzehntelang gewachsen ist.

Dabei ist gar nichts Dramatisches passiert, außer, dass ich der Angst viel zu viel Raum gegeben, und mich dabei vergessen habe. Es ist einfach so geschehen.

Ein bisschen habe ich mich der Angst heute gestellt. Nicht alleine, eine Sozialarbeiterin hat mich unterstützt – gestützt – hat meine gesammelten behördlichen, versicherungstechnischen Briefe und Bankunterlagen sortiert – auseinanderklamüsert und Häufchen gemacht. Zwei Stunden lang! Fertig sind wir nicht. Es ist ein Anfang und ich hatte eine Heidenangst dabei. 

Es kann niemand nachvollziehen welchen Stress mir das gemacht hat. Rein verstandesmäßig ist nichts dabei – man muss nur sortieren! Noch immer ist mein Adrenalinspiegel schwindelnd hoch, und die Frau ist seit einer Stunde weg.

Andere Menschen erstarren und können nicht weinen. Ich zerfließe und löse mich in Tränen auf. 

Das Bürozimmer ist jetzt abgeschlossen und ich warte auf die Stille in mir. 

Kategorien: Gedanken

8 Kommentare

  1. Liebe Piri,
    schön das du eine Sozialarbeiterin gefunden hast, die dir bei diesem Problem hilft.
    Manchmal wünsche ich mir übrigens, ich könnte mehr weinen.
    Ich hoffe dein Adrenalinspiegel hat sich abgesenkt, bis deine Junioren nach Hause kommen.

    Trude

  2. Ein Anfang, liebe piri!!! Ein guter!

  3. So ein anderer Mensch wie im drittletzten Satz beschrieben bin ich. Leider.
    Finde gut, was Ihr angefangen habt!

  4. Solche Menschen helfen, dass man wieder den Überblick erhält.

  5. Kann das Arbeitszimmer abgeschlossen bleiben und die Sozialarbeiterin kommt wieder und macht mit dir weiter?
    So oder so – erst mal hoch die Hände, Wochenende 🙂
    Schlaf schön.

  6. Hey, danke für den Beitrag und Deine Offenheit. Die Angst kann uns fertig machen. Stille kann da helfen. Und wenn wir genau in die Stille hinein hören, hören wir vielleicht jemanden, der leise zu Dir spricht: Hey, ich bin da. Du kannst es schaffen.

  7. Manchmal löst man sich nicht in Tränen auf, sondern in alten Ängsten. Und manchmal setzt sich etwas neu zusammen, wenn jemand neben einem sitzt und Häufchen macht. ❤️

  8. Stille ist gut. Zum Sammeln und zum Abschalten. Irgendwann kann es dann weitergehen.

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