Es ist inflationär, wenn man sagt, dass man Hilfe braucht, es immer wieder sagt! Auch, wenn man immer wieder Hilfe braucht. Irgendwann hört kaum einer mehr hin.
Solche Bitten oder Bemerkungen werden sehr gerne einfach absichtlich überhört oder unter den Tisch fallen gelassen, besonders wenn sie nicht als direkte Aufforderung/Bitte formuliert sind. Nicht reagieren, schnell das Thema wechseln ist sowieso eine der Unarten wie man heute oft kommuniziert. Wenn es amtliche Stellen sind, wird auch gerne Unmögliches eingefordert oder nur ein bisschen bedauert und beteuert, dass sicher jemand anderes dafür zuständig ist.
Es geht eigentlich nicht um Hilfe mit den Junioren, es geht allgemein darum, dass am liebsten weggeguckt wird: Drei-Affen-Prinzip
Im Einzelfall um psychologische Hilfe für mich und die kann ich auch mit Geld nicht bekommen, weil sich niemand zuständig fühlt oder vielleicht auch nicht.
Es wäre schon gut, diese Fragen da zu stellen, wo man Hilfe herbekommen kann. Es möchten sicher viele real und vor Ort helfen, aber sie können das nicht. Sie hören aber zu und versuchen, dir wenigstens den Rücken etwas zu stärken. Es schauen nicht alle weg, aber sie wissen einfach nicht, was du alles schon unternommen hast und welche Art Hilfe du möchtest.
Ein Beispiel :
Ich wohne in einer rollstuhlgerechten Wohnung, mit breiteren Türen, leicht öffnenden Schiebetüren, ebenerdiger Dusche… Das ist überhaupt kein Luxus. Den gibt es auch in Leipzig, nur kann ich mir den nicht leisten. Ich wohne aber sehr gerne in meiner Wohnung und langsam trägt es Früchte, dass wir ein Hilfsnetzwerk aufgebaut haben. Nur am Nachmittags-Stündchen unter dem Kastanienbaum arbeite ich noch.
Manchmal ist es richtig gut, die Wohnsituation zu verändern. Es gibt da schon tolle Wohnprojekte, wo pflegende Angehörige auch ihren Freiraum haben. Ja, es hat alles seinen Preis, aber nicht alle Menschen sind finanziell eingeschränkt.
Manchmal ist es richtig gut, die Wohnsituation zu verändern. Es gibt da schon tolle Wohnprojekte, wo pflegende Angehörige auch ihren Freiraum haben. Ja, es hat alles seinen Preis, aber nicht alle Menschen sind finanziell eingeschränkt.
So ein Projekt suche ich – nur gibt es das hier nicht. Kann man kaum glauben, ist aber so!
Und in anderen Bundesländern? Ich habe beim ASB Veranstaltungen gemacht. Die haben unterschiedliche Wohnprojekte für Menschen ab Pflegestufe 2. Ob eins genau passt für dich/euch, weiß ich natürlich nicht.
Hallo Piri,
Du hast das Thema ja allgemein gehalten- ich will mal konkret antworten: Meine Ex- Frau (wir haben ein freundschaftliches Verhältnis) hat mich gebeten einen Tag auf ihren, im sterben liegenden Vater zu achten, vor Ort zu sein.
Ich kann das nicht- denn als ich 17 war ist mein Großvater (bei dem ich aufgewachsen bin) in meinen Armen gestorben. Ich höre ihn manchmal, in Albträumen, nach mir rufen… Er hatte keinen schönen Tod…
Deswegen kann ich das nicht.
Es mag Leute geben, die nicht hinhören wollen- aber manchmal geht es einfach nicht.
Ich wollte hier nicht einen Teil meiner Geschichte erzählen, sondern einfach mal eine andere Blickrichtung aufzeigen…
Es gibt immer Gründe, warum man was nicht machen kann oder nicht will. Persönlich werd ich nen Teufel tun jemanden anzugreifen, weil er/sie nicht hilft. Dennoch kann und darf ich doch auch enttäuscht sein! Oder?
Ämter oder Institutionen, die zum Beispiel psychologische Hilfe anbieten, die sollten diese auch transparent gestalten und nicht großspurig ankündigen und am Ende nichts halten. So ist mir das mit der Tagesklinik passiert, die mich derangierter zurück gelassen hat, als vor der Behandlung.
Das ist keine Inflation – das ist Not. Und Not wird nicht kleiner, nur weil sie sich wiederholt. Wer aufhört hinzuhören, hat nicht verstanden, wie Erschöpfung oder Hilfebedarf funktioniert.
Also, nochmal nein.
Es ist doch zutiefst menschlich.
Es ist mutig.
Und manchmal ist es das Einzige, was uns bleibt: wieder sagen, dass wir Hilfe brauchen. Auch wenn es das hundertste Mal ist. Denn was wäre die Alternative – schweigen und verschwinden?
Die Aussage „Es ist inflationär, wenn man immer wieder sagt, dass man Hilfe braucht“ berührt einen wunden Punkt unserer Gesellschaft – nämlich den Umgang mit wiederholtem Bedürfnis nach Unterstützung.
Hilfe zu benötigen, ist kein einmaliges Ereignis. Es ist oft ein Kreislauf, besonders bei psychischer Belastung, chronischen Erkrankungen oder sozialen Notlagen. Das mehrfache Bitten sollte kein Anlass für Entwertung sein, sondern ein Signal für strukturelles Zuhören – ein Zeichen dafür, dass etwas tief sitzt und nicht mit einer einmaligen Geste erledigt ist.
Ja, es kann für das Umfeld anstrengend sein. Ja, man stumpft vielleicht ab. Doch gerade das ist das Tragische: Nicht die Bitte selbst wird „inflationär“, sondern die Bereitschaft, hinzuhören, wird kleiner. Das sagt mehr über die Gesellschaft als über den Hilfesuchenden.
Wer immer wieder um Hilfe bittet, ist nicht schwach oder lästig. Er oder sie ist mutig genug, sich nicht zurückzuziehen. Und genau das sollte nicht stigmatisiert, sondern als Ausdruck von Stärke und Hoffnung gesehen werden.
Vielleicht sollten wir lernen, zwischen „wiederholen“ und „überhören“ neu zu unterscheiden.
22. Juli 2025 13:05 — 13:05
Solche Bitten oder Bemerkungen werden sehr gerne einfach absichtlich überhört oder unter den Tisch fallen gelassen, besonders wenn sie nicht als direkte Aufforderung/Bitte formuliert sind. Nicht reagieren, schnell das Thema wechseln ist sowieso eine der Unarten wie man heute oft kommuniziert. Wenn es amtliche Stellen sind, wird auch gerne Unmögliches eingefordert oder nur ein bisschen bedauert und beteuert, dass sicher jemand anderes dafür zuständig ist.
22. Juli 2025 15:03 — 15:03
Mein Thema: nicht gesehen werden!
Ich danke dir sehr, dass du kommentiert hast.
22. Juli 2025 16:45 — 16:45
Leider verstehe ich deinen Kommentar nicht – was möchtest du mir damit sagen? Dass ich zu hohe Ansprüche habe?
22. Juli 2025 16:55 — 16:55
Es geht eigentlich nicht um Hilfe mit den Junioren, es geht allgemein darum, dass am liebsten weggeguckt wird: Drei-Affen-Prinzip
Im Einzelfall um psychologische Hilfe für mich und die kann ich auch mit Geld nicht bekommen, weil sich niemand zuständig fühlt oder vielleicht auch nicht.
Ich mag das hier im Blog nicht diskutieren.
22. Juli 2025 18:09 — 18:09
Es wäre schon gut, diese Fragen da zu stellen, wo man Hilfe herbekommen kann. Es möchten sicher viele real und vor Ort helfen, aber sie können das nicht. Sie hören aber zu und versuchen, dir wenigstens den Rücken etwas zu stärken. Es schauen nicht alle weg, aber sie wissen einfach nicht, was du alles schon unternommen hast und welche Art Hilfe du möchtest.
Ein Beispiel :
Ich wohne in einer rollstuhlgerechten Wohnung, mit breiteren Türen, leicht öffnenden Schiebetüren, ebenerdiger Dusche… Das ist überhaupt kein Luxus. Den gibt es auch in Leipzig, nur kann ich mir den nicht leisten. Ich wohne aber sehr gerne in meiner Wohnung und langsam trägt es Früchte, dass wir ein Hilfsnetzwerk aufgebaut haben. Nur am Nachmittags-Stündchen unter dem Kastanienbaum arbeite ich noch.
Manchmal ist es richtig gut, die Wohnsituation zu verändern. Es gibt da schon tolle Wohnprojekte, wo pflegende Angehörige auch ihren Freiraum haben. Ja, es hat alles seinen Preis, aber nicht alle Menschen sind finanziell eingeschränkt.
22. Juli 2025 18:12 — 18:12
Manchmal ist es richtig gut, die Wohnsituation zu verändern. Es gibt da schon tolle Wohnprojekte, wo pflegende Angehörige auch ihren Freiraum haben. Ja, es hat alles seinen Preis, aber nicht alle Menschen sind finanziell eingeschränkt.
So ein Projekt suche ich – nur gibt es das hier nicht. Kann man kaum glauben, ist aber so!
22. Juli 2025 19:33 — 19:33
Und in anderen Bundesländern? Ich habe beim ASB Veranstaltungen gemacht. Die haben unterschiedliche Wohnprojekte für Menschen ab Pflegestufe 2. Ob eins genau passt für dich/euch, weiß ich natürlich nicht.
22. Juli 2025 22:03 — 22:03
Hallo Piri,
Du hast das Thema ja allgemein gehalten- ich will mal konkret antworten: Meine Ex- Frau (wir haben ein freundschaftliches Verhältnis) hat mich gebeten einen Tag auf ihren, im sterben liegenden Vater zu achten, vor Ort zu sein.
Ich kann das nicht- denn als ich 17 war ist mein Großvater (bei dem ich aufgewachsen bin) in meinen Armen gestorben. Ich höre ihn manchmal, in Albträumen, nach mir rufen… Er hatte keinen schönen Tod…
Deswegen kann ich das nicht.
Es mag Leute geben, die nicht hinhören wollen- aber manchmal geht es einfach nicht.
Ich wollte hier nicht einen Teil meiner Geschichte erzählen, sondern einfach mal eine andere Blickrichtung aufzeigen…
22. Juli 2025 22:13 — 22:13
Es gibt immer Gründe, warum man was nicht machen kann oder nicht will. Persönlich werd ich nen Teufel tun jemanden anzugreifen, weil er/sie nicht hilft. Dennoch kann und darf ich doch auch enttäuscht sein! Oder?
Ämter oder Institutionen, die zum Beispiel psychologische Hilfe anbieten, die sollten diese auch transparent gestalten und nicht großspurig ankündigen und am Ende nichts halten. So ist mir das mit der Tagesklinik passiert, die mich derangierter zurück gelassen hat, als vor der Behandlung.
22. Juli 2025 23:20 — 23:20
Das ist keine Inflation – das ist Not. Und Not wird nicht kleiner, nur weil sie sich wiederholt. Wer aufhört hinzuhören, hat nicht verstanden, wie Erschöpfung oder Hilfebedarf funktioniert.
Also, nochmal nein.
Es ist doch zutiefst menschlich.
Es ist mutig.
Und manchmal ist es das Einzige, was uns bleibt: wieder sagen, dass wir Hilfe brauchen. Auch wenn es das hundertste Mal ist. Denn was wäre die Alternative – schweigen und verschwinden?
23. Juli 2025 8:55 — 08:55
❤️
23. Juli 2025 14:40 — 14:40
Die Aussage „Es ist inflationär, wenn man immer wieder sagt, dass man Hilfe braucht“ berührt einen wunden Punkt unserer Gesellschaft – nämlich den Umgang mit wiederholtem Bedürfnis nach Unterstützung.
Hilfe zu benötigen, ist kein einmaliges Ereignis. Es ist oft ein Kreislauf, besonders bei psychischer Belastung, chronischen Erkrankungen oder sozialen Notlagen. Das mehrfache Bitten sollte kein Anlass für Entwertung sein, sondern ein Signal für strukturelles Zuhören – ein Zeichen dafür, dass etwas tief sitzt und nicht mit einer einmaligen Geste erledigt ist.
Ja, es kann für das Umfeld anstrengend sein. Ja, man stumpft vielleicht ab. Doch gerade das ist das Tragische: Nicht die Bitte selbst wird „inflationär“, sondern die Bereitschaft, hinzuhören, wird kleiner. Das sagt mehr über die Gesellschaft als über den Hilfesuchenden.
Wer immer wieder um Hilfe bittet, ist nicht schwach oder lästig. Er oder sie ist mutig genug, sich nicht zurückzuziehen. Und genau das sollte nicht stigmatisiert, sondern als Ausdruck von Stärke und Hoffnung gesehen werden.
Vielleicht sollten wir lernen, zwischen „wiederholen“ und „überhören“ neu zu unterscheiden.
23. Juli 2025 14:44 — 14:44
Danke für deinen Kommentar – kein Ratschlag und kein Vorwurf. Einfach nur gesehen sein.