Kuddelmuddel

Gerade jetzt

denke ich voller Wehmut an meine inzwischen schon toten Freund*innen
mag ich die Stille am Morgen und den beginnenden Tag
mag ich nicht, dass wieder dieser hohe Erwartungsdruck auf mir lastet und ich die Junioren zwingen muss vor ihrer Wohlfühlzeit aufstehen zu müssen, weil wir zur Bürgermeisterwahl eine Helferin brauchen und sie die Zeit vorgeschrieben hat.
spüre ich deswegen Druck
freue ich mich über das Vogelkonzert im Gebüsch
fühle ich Wärme um mich herum – innerlich und äußerlich
trage ich meine ältesten abgelatschten Sandalen
brauche ich ein verständnisvolles Ohr, das mir zuhört
höre ich Vogelgezwitscher
mache ich Müsli fürs Töchting
lese ich Mitgift – einen Familienroman aus meiner alten Heimat
trinke ich Kaffee mit ganz viel Milchschaum
vermisse ich, das was ich immer vermisse – einen Gesprächspartner
schaue ich mir das dreckige Geschirr in der Küche an und denke, dass das man gut da noch bis morgen stehen bleiben kann
träume ich von einer Weltreise mit den Junioren

Frei sein, nicht nur so tun!
Behinderung, Junioren

Samstag & Sonntag zu lesen

Aber auch an and’ren Tagen.
Mach dir
nicht zu viel Gedanken,
fang an zu leben.
Mach’s wie die
ach so bemitleidenswerten
behinderten Menschen,
geh mit leichten
Lampenfieber
auf die heiße Bühne.
Rock das Leben
(Originalton Kerle),
greif den Applaus ab,
bleib bescheiden
und denk nicht so viel!

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Es gibt aus diversen Gründen keine Bilder. Die Tonaufnahmen sind leider verzerrt und werden der Darbietung nie, nie, niemals gerecht!

Behinderung, Gedanken, Junioren

Du Mama

Der Kerle liegt im Bett, den Kopf auf die Hände gestützt und mit gerunzelter Stirn: „Du Mama, ich denke nach!“ „Worüber denn? Jetzt kannst du erst einmal noch ein Weilchen schlafen!“ „Wie läuft das mit dem Auftritt? Was zieh‘ ich an? Und wenn das heiß wird, ich komme doch auf der Bühne nicht an mein Trinken ran!“ Das sind tatsächlich wichtige Fragen, besonders der letzte Einwand. Der Bandleader mag mich nicht auf der Bühne haben: „Da hast du nichts zu suchen!“ Stimmt. Nur, dann muss er sich auch um seine Bandkollegen sorgen. Dass sich der Kerle über den Durst Gedanken macht ist mir jedenfalls ein Hinweis, mich einzumischen.

„Du Mama, weißt du was? Wir rocken den Platz!“ Er trinkt einen Schluck süßen Kaffee, deckt sich den Plüschelch übers Gesicht und schläft noch ne Runde.