Allgemein, Musik

Dota Kehr singt Mascha Kaléko

Ich werde später noch etwas dazu schreiben. 08:17Uhr – Kalékos Gedichte dürfen nur unter strengen Auflagen veröffentlicht werden. Dota Kehr hat mit der Nachlassverwalterin verhandelt und die unveränderten Texte wundervoll vertont.

*diese blöde Rechtschreiberkennung hat aus Dota Dora gemacht und ich war so in Eile und hab‘s nicht gesehen. Asche auf mein Haupt! Ich mag beide Künstlerinnen sehr. Mascha Kalékos Gedichte sind ein unerreichtes Vorbild für mich.

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Heute Nacht habe ich geträumt, geträumt von einer Welt in der alle Menschen glücklich sind. Niemand wurde benachteiligt weil er weiß, klein, dünn, blind, taub, ein Krüppel oder sonst was ist. Jeder wurde so genommen, wie er war – in seiner ganzen Größe. Keiner wurde ausgegrenzt, nur weil er etwas anderes dachte und dies auch sagte. Alle respektierten einander und es war, trotz aller Verschiedenheit ein friedliches Miteinander. Ich wünsche allen einen guten Tag!

Gedicht

hellgrau, grau, weiß

Die Erde hat sich
eine hellgraue Mütze aufgesetzt
der Himmel hängt tief
wir müssen reden

Zwischen den Welten
sieht man weit
bis zum Horizont
nur ist deiner nicht meiner

Über den Wolken
den grauen, wie den weißen
scheint Sonne
wir müssen nur den Deckel heben

© piri ulbrich

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Ist es der kanadische Rauch, oder was beschert uns diese Himmelsfarbe?

Behinderung, Gedicht

morgens

Schwebend im Bett
der Tag ruft die Schwerhörenden
viel zu früh
selbst aufstehen fällt
schon nicht leicht
für andere sich sorgen
diese anziehen
ihnen Nahrung geben
– geistige und ganz reale –
aufs Klo setzen
sich selbst und die anderen
nebenbei Betten waschen
Kaffee machen
Kakao
Müsli, das nicht gegessen wird
Pumuckl zum hunderttausendsten
Autorenngeräusche
Koffer packen für‘s schwimmen
Hab ich auch an die Ersatzhosen gedacht?
Kaffee ist kalt
kalter Kaffee macht schön
wie viel kalten Kaffee habe ich schon getrunken?
Will ich davon noch schöner werden?
Die Beine zurück aus den Wolken holen
fest stehen
auf dem Boden der Tatsachen
einzementiert sein
im Gefüge
der Unabdingbarkeiten

© piri ulbrich

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Wieder und immer wieder kommt bei mir der Gedanke auf, dass dies Blog nicht die richtige Plattform für einen mir so wichtigen Austausch ist. Es ist zu komplex, zu viel oder zu wenig Öffentlichkeit. Zu viel gebe ich preis, zu wenig zum verstehen. Verstanden werden, ist eine Sache; sich verstanden fühlen, die andere.
Danke für‘s lesen.