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faszinierend

Es ist schon faszinierend wie eindimensional manche Menschen sind. Kaum ist man psychisch krank, hat Angst, da wird einem abgesprochen, dass man intellektuell gefordert sein möchte. Dass man Interessen hat, die außerhalb der Psyche liegen. Es ist sicherlich richtig, dass dann gerade das eigene Wohlbefinden im Vordergrund steht. Aber bei wem nicht?

Hat man deshalb gleich seinen Verstand im Schrank der Krankheit vergessen, hat man die anderen Interessen hinten anzustellen? Warum wird man eigentlich immer in eine Schublade gesteckt? Okay, Menschen möchten gerne dazugehören, aber müssen es unbedingt zugeschlossene Schubladen sein?

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Ich baue Schubladen
für all diejenigen,
die bisher in keine passen.

Wenn ich denn schreinern könnte!
Ich täte es gerne.
Viel lieber, als Schubladen bauen,
würde ich Mauern in den Köpfen einreißen.

Würde für jeden ein Dach bauen
um nicht nass zu werden –
um beschützt zu sein
– vor Schubladendenken.

©petra ulbrich

 

Jean Tinguely

Mein Vater hat ihn (Jean Tinguely) bewundert und ich mag seine Brunnen einfach furchtbar gerne. Vor 100 Jahren ist er geboren. Ob sich mein Künstlervater und er begegnet sind? Kann sehr gut sein – wissen tu ich es nicht! Beide haben in der Schweiz Kunst studiert . Niki de Saint Phalle war seine Frau und ihre berühmten Nanas kenne ich schon sehr lange vom Hannoveraner Leineufer!

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Was macht man, wenn man nicht schlafen kann? Über Kunst nachdenken, nachdem man (ich) die Junioren im Bett umgedreht hat.

füreinander, nicht gegeneinander

Bislang war das heute ein sehr durchwachsener Tag, mit Heulen und Zähnezusammenbeißen – aber auch mit Gesprächen, die gut bis sehr gut waren, besonders mit den Junioren. Das Töchting hat sich sogar in den Arm nehmen lassen und der Kerle hat fröhlich lachen können, beim miteinander spielen. Mein Kiefer ist dennoch extrem verspannt und heute Nacht wird’s heftig knirschen.

Der leidige Behördenbrief ist immer noch nicht geschrieben, aber Hilfe habe ich dafür bekommen. Es ist auf dem Weg, nur die Angst diesbezüglich ist noch nicht weg. Warum mich das so stresst!?

Mein Lesebuch habe ich in der Klinik vergessen. Na, zum Glück habe ich einen SuB*. Kann ich lesen? Mag ich lesen? Reicht meine Konzentration?

Mein Kontrollhirn macht Zwangspause – Perfektion ist Illusion – Kaffee ist allekalle – Tee schmeckt nach Wiesengrund mit Bachwasser und als ich nach Hause kam, hat mir die Haushaltshilfe ihr Vertrauen geschenkt und bekam meins gratis und aus vollem Herzen auf den Tisch gelegt.

Spät wird’s am Abend nicht werden. Die Junioren müssen leider um 21Uhr in der Falle sein, denn mein Licht leuchtet heute bestimmt nicht mehr lange. 

* Stapel ungelesener Bücher

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