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aus der Hand gefallen

Fast wäre mir mein Kind heute aus der Hand gefallen – ernsthaft, und das ist nicht lustig. 

Nach langem Bitten hatte ich gestern ein Medikament angeboten bekommen. Nachdem ich mit der Ärztin gesprochen hatte, war ich nicht mehr sicher, ob ich es nehmen wollte. Auch deswegen weil sie meinte, es wäre eh nur ein Versuch und sie denkt, dass ich es nicht nötig hätte. Andere Mitarbeiter (Pfleger*innen, Psychologin) vermittelten mir das Gegenteil. So ließ ich mich breitschlagen und nahm Mittags eine Pille. Mir war dann zuhause etwas schwummrig mit leichtem Kopfweh. Heute Morgen, circa eine Stunde nach Medikamenteneinnahme – ich wollte den Kerle aus der Badewanne holen – sackten mir die Füße weg. Eine dermaßen heftige Unruhe mit körperlicher Schwäche hatte ich noch nie. Mein Töchting lag noch im Bett, sie musste ich auch rausholen und sie wiegt doppelt soviel wie ihr Bruder. Okay, der Bruder wiegt knappe 13kg! Aber 26kg ist dann schon ne Hausnummer. Fragt mich nichts genaueres wie ich das geschafft habe – irgendwie ging’s dann schon. Auf die Rollstühle hab ich beide auch ‚gelupft‘. Ich bin heilfroh, dass wir einen so wunderbaren Werkstattbusfahrer haben; der hat  den Transfer von der Haustür in den Bus komplett alleine gemacht.

Der Fahrer, der mich dann abgeholt hat war ein hochgradiges A….och. Spielt während der Fahrt mit seinem Handy und zeigt der Beifahrerin Fotos. Ich konnt‘s mir nicht verkneifen und hab ihn angemotzt…

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Aufgeschrieben, damit ich’s nicht vergesse und ich nehm jetzt keine Pille mehr.  

Die Höhle, die Sie fürchten zu betreten, enthält den Schatz, den Sie suchen. | Joseph Campbell

wo war noch mal mein Gehirn?

Fünfundsiebzig Sachen gleichzeitig – Kaffee, diesmal mit Kakao und ohne Sahnehäubchen, der Markierungsstift ist abgerieben, aufs Klo muss ich auch und in der Küche ist ja noch Kuchen. Wo habe ich jetzt mein Buch hingelegt? Nebenbei sehe ich, dass meine Wimperntusche verschmiert ist und der linke Schnürsenkel schief hängt. Dann will mich auch noch jemand nötigen an einer Gruppenaktivität teilzunehmen, wobei die Leiterin ein extrem lautes Organ hat. Ich lasse mich ungerne anschreien. Gucke lieber träumend aus dem Fenster und kleckere mir den Tasseninhalt auf die Hose. Schnell ins Klo, Hose putzen. Ach, ich wollte ja auch pinkeln…

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