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Dinge tun

… um andere nicht tun zu müssen.

Vermeidungsverhalten entwickeln, nennt man das wohl. Ich bin Meisterin darin! Dabei liegt es mir sehr fern. Weiß ich doch, dass genau das meine Ängste schürt. Dies Wochenende ist noch völlig unverplant, aber die nächste Woche ist zugekleistert mit Terminen. Mir ist soeben klargeworden, dass das, im wahrsten Sinne des Wortes hirnrissig ist. Aber es sind Aktivitäten, die jedes als solches, wunderbar sind und bei denen ich/wir wichtige Kontakte knüpfen können.

Wieder einmal häuft es sich und dann ist auf einmal neuerlich totaler Leerlauf. Ein bisschen mehr Kontinuität täte mir gut – tut doch auch euch und jedem gut!? 

10:26 Uhr – eine wunderbare Aktivität ist gerade wie ein trockenes Wespennest zerstoben. Genau an dem Tag, an dem die Sommerserenade stattfindet, haben die Junioren Generalprobe für ihr eigenes Konzert!

Seidentuch

Ich hab ein Seidentuch bemalt – letzte Woche – in sehr pastelligen Farben, zart, fast durchscheinend und leicht wie eine Feder. Ich finde es nicht mehr! Mein Seidenschutz, mein schwereloser ist mir abhandenkommen, bevor ich ihn überhaupt eintragen konnte. Ist es symptomatisch, dass er verschwunden ist?

Stattdessen liegt die kostbare, reichlich verzierte, mit aufgesetzten Strasssteinen bestückte Maske auf meinem Kopf – jederzeit bereit vors Gesicht gezogen zu werden. 

In ein Tuch kann ich meinen Körper nicht hüllen. Meine Tränen kann ich dagegen fantastisch hinter der prächtigen Maske verstecken …

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Dieser Sonnenblumenstrauß steht in unserem Wohnzimmer!

Feiertag

Der Kerle pennt, das Töchting lacht und singt im Bett. Ich habe Angst vor dem langen Wochenende. Noch nicht einmal spazieren gehen können wir, weil ich etwas Atemprobleme habe und keine 2 Rollstühle schieben will und auch grad nicht kann. 

Heute schreibe ich wieder in Etappen…

10:59 Uhr – Hab mich getraut eine Familie anzurufen, die ebenfalls einen behinderten Sohn hat. Wir treffen uns am Nachmittag kurz für einen Spaziergang. Sie wohnen zwar nicht um die Ecke und ich fahre mindestens ne halbe Stunde, aber dieser Lichtblick ist ein Silberstreifen am Horizont!

13:50 Uhr – Wir fahren jetzt los und ich habe in der Zwischenzeit – es ist hier Feiertag – 6 Telefongespräche, darunter zwei längere (ohne Resultat), wegen dem Telefonanbieterheckmeck geführt. Einmal mit meiner Schwester, das war sehr emotional (auf beiden Seiten), zweimal mit der Bekannten, die leider abgesagt hatte und einmal mit der Mutter der netten Familie. Nebenbei hatte Wiebke einen Meltdown, weil ihr ein Schälchen kaputtgegangen ist, Carsten hat wegen der Hitze gespuckt. Getrunken haben wir alle zu wenig, meine Augen sind vom Weinen geschwollen und mein Adrenalin ist in schwindelnden Höhen. Für den Nachmittag mache ich sämtliche elektronische Geräte platt und möchte einfach mal nur sein

13:58 Uhr – Ein Mitbringsel für die einladende Familie hab ich natürlich auch nicht! Nachtrag um nach sieben: Am Straßenrand war ein Ständchen und da habe ich einen Strauß Sonnenblumen gekauft.

19:19 Uhr – Wieder daheim und für ein paar Stunden einfach eine schöne unbeschwerte Zeit gehabt – mit Menschen, bei denen ich mich nicht einen Iota verstellen musste. Aber schon auf dem Heimweg kamen die Gedanken.

20:06 Uhr – Die Junioren müssen noch etwas essen. Von Kucken kann niemand leben. Es gibt Forellenfilet mit Meerrettichsahne und mir scheint, ich habe zu wenig eingekauft. Zum Glück der Junioren habe ich überhaupt keinen Appetit!

20:25 Uhr – Manchmal, da ist es wieder das manchmal, sollte man nicht voreilig schreiben, dass der Kerle isst! Gerade eben hat er auf sein Tischset gekotzt. Wenigstens nur darauf. Das kann gewaschen werden. Er selbst ist auch okay, sagt er.

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