Gedanken

noch mal manchmal

Seit Mittag schwebe ich wieder 10 cm über dem Erdboden – wenigstens nicht übern Abgrund – aber schön ist es dennoch nicht jederzeit runterkrachen zu können. 

Es gibt keinen realen Grund, warum ich mich so unsicher fühle. Wir sind alle gesund und die Junioren haben grundsätzlich eine fröhliche Stimmung und sind zufrieden – ja, (fast) glücklich. Ich stecke in Zwischenwelten fest, weiß nicht, wo ich hingehöre, und ertappe mich wieder, dass ich mich verbiege. Nicht für Menschen, die mir was bedeuten, da brauche ich es nicht. Für Menschen, die ich schon lange kenne und die Ansprüche an mich haben, die ich nicht mehr erfüllen will. Menschen, die uns als Familie lange sehr unterstützt haben und denen ich jetzt Tribut zollen soll. Nicht ganz freiwillig mache ich das, eher aus Pflichtbewusstsein, und das widerstrebt mir. 

„Manchmal“, so sagte meine Oma, „musst du über deinen Schatten springen und gute Miene zu bösem Spiel machen!“

Manchmal will ich das aber gar nicht, aber ich mag der alten Dame auch nicht bewusst wehtun. Sie ist einfach nicht einfach zu nehmen. Mich belastet das sehr! Nebenbei gibt’s ja auch noch andere Baustellen.

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Im Autismus-Spektrum bin ich obendrein. In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ❤️ | ✨ Bitte kommentiert! ✉️

2 Gedanken zu „noch mal manchmal“

  1. Margrit sagt:

    10 cm über dem Erdboden zu schweben – das klang für mich erst einmal ganz wunderbar leicht und wünschenswert. Aber das ist wohl ein anderes Schweben, das mir da (hihi) vorschwebte.

    So ist eher doof. Wünsche dir baldige Erdung.

    Das Foto gefällt mir sehr gut.

  2. christahartwig sagt:

    Der eigene Schatten ist wichtig, und darüber zu springen schon rein physikalisch unmöglich. Möglich ist, sich so zu wenden, dass der Schatten hinter einem liegt. Ob man dann ich die richtige Richtung schaut, ist eine andere Frage.
    So ein Gefühl des Schwebens ist mir eher fremd. Was mir gelegentlich passiert, ist, dass ich mich größer oder kleiner fühle, als ich bin – als würde der Boden unnatürlich weit entfernt oder ungewohnt nah sein. Ich denke dann, es hat etwas mit meinen Augen zu tun. Und Schweben hat vielleicht etwas mit dem Gleichgewicht zu tun.
    Wer immer eine Last trägt, kann aus dem Gleichgewicht geraten, wenn er sie einmal nicht oder weniger spürt und deshalb zu schweben glaubt.

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