Kategorie: Junioren

vorm aufstehen

Ich hatte einen Traum, einen schönen Traum: wir waren mit einem großen Schiff unterwegs – ein Kreuzfahrtschiff – auf der Ostsee bis Schweden usw. Das Schiff war behindertengerecht, wir hatten eine tolle Helferin dabei, das Wetter war herrlich und die Junioren quietschvergnügt und fit! Das ist nicht nur ein Traum für die Nacht – es ist einer, der auch tags immer wieder aufploppt. Doch wer fährt mit? Wer mag mit uns die Schären angucken, ins Pipi-Langstrumpf-Land, zu Michel aus Lönneberga? Es gibt sicherlich einige, aber mich scheuen dann doch die Kosten. Ich müsste zusätzlich zur Reise der Helferin auch noch ein Taschengeld und deren Stunden bezahlen – fast zu teuer.

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Die Baustelle hinter unserem Haus ist für den Kerle sehr interessant. Was er allerdings sieht, weiß ich nicht – er hat ja nur 10% Sehvermögen. Bei uns auf der Treppe stehend ist das allerdings ein guter Beobachtungsposten und den Lärm kommentiert er lauthals und er erklärt den Bauarbeitern, dass sie eine gute Arbeit machen …

winnewinnewippa

„Mamma, ich bin wach!“ Mein Töchting ruft: „Ich singe dir ein Morgenlied!“ Es ist 6Uhr am Samstagmorgen, viel zu früh. Auch für noch so schöne fantasievolle skurrile Lieder, deren Texte sich mir nicht erschließen. Sie singt ihr Kakao-Lied und bekommt prompt ihre Lieferung. Aufstehen? Nöö! Warum? Es ist der letzte Ferientag und der wird ausgereizt. Zimmerservice inclusive!

Der Kerle pennt, pennt, dreht sich nur kurz auf die andere Seite und – pennt weiter. Mir wäre lieb, das Töchting täte das auch. Aber solange sie Winnewinnewippa-Lieder singt, ist der Tag ein guter Tag.

08:23Uhr – wow, es ist ruhig in beiden Zimmern. Was machen wir heute? Der Kerle fragt verschlafen: „Kommt heute jemand?“ Nein, heute nicht und morgen auch nicht. „Och, das wird aber langweilig!“, sagt er und legt sich nieder!

10:51Uhr – Sie sind immer noch träge. Sieht so aus, als ob sie faul machen wollen. Dürfen sie. Nur mir fehlt ein erwachsener Mensch mit dem ich schweigen kann.

15:20Uhr – Terrassenträgheit macht sich breit. Von Zeit zu Zeit lese ich vor. Ein Buch von Matt Haig: Evie und die Macht der Tiere. Den Junioren gefällt es sehr. Ein Mädchen sprich in Gedanken mit allen Tieren und erlebt Abenteuer. Das Buch ist sogar noch informativ zusätzlich zur Spannung. Ich werde bald weiterlesen müssen, brauche aber erst mal eine PAUSE!

warten

11:56 Uhr – Wenn ich etwas hasse, dann ist das warten! Warten auf Leute! Warten darauf, dass sie endlich kommen und wir eine Wanderung machen können.

17:00 Uhr – Wir sind wieder daheim! Schön war‘s, denn keine zwei Minuten nachdem ich die Zeilen geschrieben hatte, ist die Wunschtochter doch noch gekommen und wir konnten gestiefelt und gespornt in die Weinberge aufbrechen. Zwar hatte der Sohn von ihr (was quasi mein Wunschenkel ist) so gar keine Lust, aber lauffaul war er nicht – eher maulfaul. Dafür hat er dann, als wir endlich Rast machten, für drei geschwätzt! Dem Kerle hat der Trubel gefallen, dem Töchting weniger. Jetzt, da sie das Treiben hinter der sicheren Hecke beobachten kann, gefällt‘s ihr auch. Mir weniger – denn die Passanten stieren in unseren Wildgarten und ein älterer Herr hat missbilligend mit seinem weisen Haupt geschüttelt. Junge Leute laufen mit hochrotem Kopf vorbei und so mancher wird am Abend nicht nur von der Sonne Schädelbrummen haben. Weinstände gab‘s genügend in Dorf und Flur! Mein Zehntele Riesling hat mir gereicht…

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