Kategorie: Junioren

Sche..enangst

Habe Scheißenangst! Ganz wirklich. Dabei haben eigentlich alle gute Laune, und die Junioren sind besonders fröhlich. Meine Schwester ist mit ihrem Hund leider wieder abgereist – schade, wir können eben noch nicht beamen, denn dann würden wir uns vermutlich viel öfter sehen und mehr Zeit miteinander verbringen.

Mein Töchting hat allerdings stark geschwollene Beine, die sehr druckempfindlich und übersät mit Hämatomen in allen möglichen Farben sind. Das stresst mich gerade sehr, vor allem weil ich nicht weiß, was ich tun kann oder wie dringend das Ganze ist. Ich merke, wie mein Kopf sofort in die schlimmsten Szenarien abdriftet und ich mir vorstelle, dass irgendeine Ader platzt und die kleine Frau am Ende offene Beine bekommt. Ich weiß natürlich, dass das gerade mein Angsthirn ist und nicht automatisch bedeutet, dass so etwas tatsächlich passiert – aber die Vorstellung ist trotzdem da.

Ich bin deshalb ziemlich hibbelig und habe vor lauter Sorge sogar Bauchschmerzen. Ich versuche gerade, nicht gleich vom Schlimmsten auszugehen, aber es fällt mir verdammt schwer.

Koffer packen

Koffer packen für meine zwei behinderte Junioren ist quasi Tetris auf Fortgeschrittenen-Niveau. Neben Klamotten, Waschzeug und dem üblichen: „Die gelbe Hose mag ich nicht!“ und: „Müssen es unbedingt diese Schuhe sein!“, sollte ich auch an das medizinische Equipment denken – Spritzen, Adapter, Schläuche – diverse Medikamente, beim Töchting für abends und der Kerle bekommt seine morgens.  Und natürlich: Rollstühle, Vorsteckräder (damit sie geländegängig sind) und alles, was die beiden sonst so zum mobilen Glück brauchen.

Wenn am Ende noch der Koffer zugeht, war’s ein guter Tag. Und ich habe bestimmt etwas vergessen. Wisst ihr schon, dass ich Koffer packen hasse? 

was für eine Nacht

Nachteule und Lerche unter einem Dach – der Kerle hat um halb zwölf noch Rennen zu fahren, das Töchting singt um fünf fröhliche Kauderwelschlieder.  

Nachdem mein Sohn endlich in Morpheus Armen lag, war im anderen Zimmer Alarm angesagt: „Mama,“ klang es kläglich: „ich falle aus dem Bett!“ Es war ein Bild für die Götter, Füße und Oberkörper mit dem Leintuch zugedeckt, der Po splitterfasernackt hingt über der Bettkante. Sanft wollte ich mein Töchting wieder in die Mitte schieben, sie korrekt zudecken und endlich selbst schlafen gehen, da fing sie an zu erzählen: Ein kleiner Maulwurf hat ihr die Zudecke weggezogen und sie mit seinen Grabeschaufeln, wie ein Bagger, von der Matratze schieben wollen … STOP – ich wollte ins Bett!

Um halb zwei hing sie wieder halb aus dem Bett, diesmal tief und fest schlafend. Der Kerle grunzte nur und ließ sich bereitwillig umdrehen. 

Kaum war ich wieder im eigenen Bett, der Podcast mit Robin Gosens war allerdings so interessant, dass ich hellwach lauschte, kam aus Carstens Zimmer ein ohrenbetäubender Lärm. Spielautos flogen und es hörte sich nach einem Kampf an. Hast du nicht gesehen? Ich lief stolpernd die Treppe hoch und versuchte zu retten, was zu retten war. Die außerirdische Armee hat wieder zugeschlagen und wollte den Kerle entführen. Auch er wollte mir die ganze Geschichte erzählen … STOP – ich muss ins Bett!

Ja, und dann ist das Töchting freudestrahlend um fünf wach geworden, wollte aufs Klo, was zu trinken und Musik wollte sie auch hören. Den Kerle habe ich um zwanzig nach sieben aus dem Bett geschält. Komisch, wenn der wach ist, ist der wach – egal wie wenig er gepennt hat.

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So ganz außergewöhnlich ist das allerdings nicht – manche Nächte sind eben so!

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