Kategorie: Gedanken

Langeweile

Schmuddelwetter am zweiten Weihnachtsfeiertag. Es regnet sich ein. Mir ist langweilig! Dabei hätte ich genug zu tun. Aufräumen, ein bisschen putzen – die Plätzchenkrümel und Schokoladensplitter – ich könnte auch einfach Wiederholungen im Fernseher angucken und diese neu entdecken. Aber ich lauere. Lauere darauf, dass mein Töchting ruft und aufs Klo will. Lauere, dass der Kerle vielleicht doch kotzt – er hat schon mehrmals besorgniserregend gehustet: „Mama nein, ich werde das nicht tun!“ Nur gewiss ist das nicht. Weiß ich, wie sein Magen reagiert. Er hat in letzter Zeit so viel gegessen, das ist verdächtig. Dünn und klein wird er bleiben, aber wenigstens stabil sollte das Gewicht sein! Wir haben keine Personenwaage, aber mehr als dreizehn Kilo bringt er sowieso nicht drauf. Es ist müßig sich übers Gewicht zu definieren!

Mir ist langweilig! Obwohl langweilig darf ich gar nicht sagen, ich habe genug zu tun. Nur das was ich gerne möchte, nämlich mich in mein Bett zu legen – mit einem Schmöker – das kann ich nicht. Hab immer ein Ohr und ein Auge bei den Junioren. Keiner, von denen, kann allein auf Klo oder sich was zu essen machen. Beide kommen nicht an den Kühlschrank, das Töchting vielleicht dann, wenn ich sie vorher auf den Rollstuhl gesetzt habe. Aber auch nur einen Kakao kann sie sich nicht selbst machen. Der Kerle würde auch auf dem Rolli sitzend, die Kühlschranktür nicht aufbekommen. Mir ist in soweit langweilig, dass mir eine Gesprächspartnerin fehlt. Es ist, bei allen Geräuschen, so still hier. Natürlich reden wir miteinander. Aber mir fehlt der Austausch auf Augenhöhe. Weihnachten gibts keine Helfer*innen, Weihnachten ist das Fest der Familien…

Heute Nachmittag gehen wir ins Kino!

sei wie du bist

Sei traurig, wenn du traurig bist, und steh nicht stets vor deiner Seele Posten! Den Kopf, der dir ans Herz gewachsen ist, wirds schon nicht kosten. | Erich Kästner

stillige Nacht, heilige Nacht

Noch heute singt der Kerle das so! Er weiß es anders, aber als kleiner Junge hat er es halt so gesungen und Traditionen müssen erhalten bleiben. Dem Töchting ist das alles völlig Wurscht. Sie sing einfach ihre eigenen Lieder und diese haben keine vorgegebenen Texte.

Außerdem ist heute Samstag – Faultag! Beide genießen es lange auszuschlafen. Ich habe nicht mehr geputzt, die Rollispuren zeigen es. Es stört keinen großen Geist und dem kleinen geht’s nichts an. Wir haben einen Tisch und essen nicht auf dem Fußboden. Apropos essen – da mache ich keinen Stress. Es gibt für jeden was leckeres und ganz bestimmt keinen Glühwein!

Weihnachtlich glänzet der Wald. Nur, dass hier die Regentropfen glitzern und der Himmel hellgraublau ist …

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FRÖHLICHE WEIHNACHTEN überall. Alles, alles Gute euch – bleibt gesund und lasst es euch schmecken!

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