Kategorie: Gedankenchaos

den Tag beschwören

Jetzt geht sie aus, die Kaffeemaschine – jetzt, da ich noch einen Crema trinken wollte!
Jetzt wacht sie auf, die Herzenssonne – jetzt, da ich traurig und verzagt bin.
Jetzt singt sie, die kleine Frau im Zimmer – jetzt, da die Glocke vom Hügel schallt.
Jetzt kitzelt mich Kakaogeruch – jetzt lacht’s im ganzen Haus.

© petra ulbrich

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Guten Morgen, es ist Sonntag. Der Kerle guckt bedröppelt, zieht die Decke übers Gesicht und ich höre ihn verschmitzt kichern.

so langsam

So langsam habe ich selten gelesen – und nichts nebenbei, als meine Tagesgeschichte von Monika Helfer. Altern, von Elke Heidenreich, schlaucht! Ich habe es geschenkt bekommen.  (Mein Dank geht in die Schweiz.) Wenn ich nicht schon vom Leben gestresst wäre, dann wäre ich es jetzt. Momentan lese ich nur nachts. Tagsüber passiert das, was man Leben nennt. Gutes, wunderschönes, normales, aufregendes, nerviges und vielseitiges Leben. Mit vollgepinkelten Betten, Teppichen, auf die gespuckt wurden und eiskalten Beinen (nicht meine) – dick obendrein und geschwollen. Leben mit lautem Lachen und durchkitzeln, bis Tränen kommen und die Stimmung umschlägt. Lesen ist nicht drin, wenn der Lesestoff viel zu nah an einem dran ist und wenn man auf jeder zweiten Seite etwas unterstreichen möchte.

Meine eigenen geliebten Bücher sehen oft nicht schön aus. Voller Eselsohren und Unterstreichungen. Gerade die Bücher, die mich am meisten berühren, sehen am schlimmsten aus. Ich lebe mit ihnen. Durch sie, und das Alternbuch muss überall mit hin. Ob ich dann darin lese, ist nicht gesagt – aber dabeihaben möchte ich es. So habe ich es auch einmal mit einem Buch von Samuel Koch gemacht. Es war zum Schluss völlig zerfleddert und dann konnte es weg.

Bücher, die nach meinem auslesen noch immer wie neu aussehen, gibt es auch. Ich achte sie und wenn sie scheinbar unberührt daherkommen, dann habe ich sie in Watte gepackt gelesen. Es wird wieder Zeit, dass ich für mich Zuckerwattelesestunden habe – für die Junioren gibt es diese jeden Tag. Sie genießen diese sehr…

manche Probleme möcht ich haben

… denn heute hat mir meine Physiotherapeutin den dritten oder vierten Halswirbel wieder gradegerückt – ich konnte nicht mehr g‘scheit nach rechts gucken, obwohl ich das im Moment wirklich ungern tue, das ist der Politik geschuldet – also, sie hat mir die Wirbel wieder eingerenkt und plötzlich war das steife G’nick weg. Ist das nicht schön? Alle anderen Probleme, habe ich soeben beschlossen, werde ich auf morgen vertagen. Sind eh nur so was wie: soll ich dem Kerle Cappuccino- oder Schokoladegeschmack bestellen? Essen wir am Samstag Hering mit Bratkartoffeln oder lieber Germknödel? Kaufe ich noch mal laktosefreie Milch oder doch lieber Haferdrink? Wiebke mag dies Haferzeugs – ich trinke in letzter Zeit sowieso lieber Tee und da muss keine, wie auch immer geartete, Milch rein.

Die Junioren stecke ich heute früher in die Falle, mit der Hoffnung selbst auch Morpheus Arme zu finden, auf dass er mich auffängt und mich schlafen lässt!

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✨ 🌟 ✨Gibt‘s Sterne am Himmel? Ich gucke nicht mehr raus!

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