Schlagwort: Lebensqualität

schwimmen gehen

Nur lebende Fische schwimmen gegen den Strom!

Wie es ist mit zwei Rollstuhlfahrer*innen schwimmen zu gehen, das möchte ich kurz erzählen. Denn es ist nicht einfach damit getan, dass wir in ein Schwimmbad gehen, oder gar an einen See, uns ausziehen und losschwimmen – nein, im Vorfeld ist einiges zu bedenken.

Ist das Wasser warm genug? Gibt es Beschränkungen in der Badezeit? Sind die Umkleidekabinen einigermaßen groß? Groß genug sind sie selten und oft genug fehlt ein Wickeltisch und ein Klo in ganz naher Umgebung. Wieviel Platz ist am Beckenrand? Gibt es einen Lifter? etc. pp.

Aber schon Daheim muss ich, auch wenn ich eine Helferin dabei habe, viel bedenken. Ich muss darauf achten, dass der Kerle und das Töchting Kleidung anhaben, die leicht auszuziehen ist. Ich muss eine wasserdichte Unterlage einpacken, weil sonst der Sitz des Rollstuhls nass wird und das ist nach dem anziehen sehr unangenehm – im nassen sitzen mag niemand gerne. Ich packe einen Koffer. Für drei Menschen. Mit Ersatzwäsche, Badeanzügen, Handtüchern – so groß, dass ich die Junioren darin einwickeln kann. Ich bereite die Beiden vor, denn nicht immer wollen sie an ausgerechnet dem Tag schwimmen gehen, an dem ich eine Helferin habe. Manchmal ist es so, dass die Hilfe nur im Wasser darauf aufpasst, dass nichts passiert. Dann ziehe ich meine Junioren alleine aus und an. In beengten Verhältnissen, unter erschwerten Bedingungen.

Ich möchte es ihnen ermöglichen, denn sowohl mein Sohn, als auch meine Tochter gehen gerne ins Wasser. Obwohl, gehen geht ja nicht – ich trage sie rein! Ich trage sie auch wieder raus. Denn die Lifter sind für erwachsene Menschen gemacht und viel zu groß…

ergibt das ein Gedicht?

Kunst ist Nahrung für die Seele
Meine Bilder sind leise
Die Schönheit sind die Fehler
Nicht alles muss komplett verstanden sein

© petra ulbrich

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Was sind Gedichte? Was sind sie für euch? Sollten sie sich reimen? Selbsterklärend sein, oder Fragen aufwerfen. Nachdenklich stimmen? Gedichte sind nicht zeitgemäß. Geschichten werden lieber gelesen, vor allem spannende mit einer plötzlichen Wendung. Mir hat eine Schriftstellerin gesagt, dass meine Gedichte sehr gut sind – das hat mich gefreut.

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Ich seh etwas, was du nicht siehst!

Auch du siehst etwas, was ich nicht sehe! Was ist, wenn jemand immer weniger sieht? So passiert es dem Kerle. Schleichend schwindet seine Sehkraft. Der Ausschnitt wird kleiner und kleiner. Ich finde es bewundernswert, wie er damit klar kommt. 

Ein Freund, oder ist es nur ein sehr guter Bekannter? Nein, es ist ein Freund. Zwar kein enger, aber dennoch ein Freund. Dieser ist heute das zweite Mal am Auge operiert worden. Er hat ein Loch in der Netzhaut und hat berechtigte Angst sein Augenlicht zu verlieren.

Mein Töchting will nicht sehen, will die vielen Krümel übersehen, die sie unabsichtlich überrollt: „Wenn die Kekse auch im Weg liegen, wie soll ich da drum rum fahren?“

Ich selber habe Mouches Volantes. Nervt. Kann ich manchmal ausblenden. Bei hellem Licht nicht so einfach und jetzt, da ich vom Freund gehört habe, sind sie ständig präsent.

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