Schlagwort: Kuddelmuddelgedankenchaos

Erkenntnis

Ich wohne gern allein in mir. Hin und wieder freue ich mich über Besuch. Und zu Dir hinüber würde ich sogar eine feste Brücke bauen.

Diejenige, für die diese Zeilen bestimmt sind, wird es erkennen! Ich denke allerdings – und das ist ganz neu für mich – dass ich viel mehr, als nur eine Brücke bauen könnte.  Es liegt an mir, ich habe mein Misstrauen hinterfragt und festgestellt, dass es (oft) total unnötig ist.

Mut

Es gibt keinen Mut ohne Angst!

Meine Erinnerungen an das letzte Jahr sind sehr ambivalent. Im Frühjahr war ich verzweifelt, hatte Panikattacken ohne Ende und mein Tagesablauf war von unspezifischer Angst geprägt. Ich bin mit meinem Autismus – auch, weil ich ständig provoziert worden bin – an jede Wand geknallt, die im Weg stand. Ich habe mich verbogen, habe mich bemüht, mich meinen Mitmenschen anzupassen, und wurde zunehmend unglücklicher.

Die Zeit in der Tagesklinik und die Zeit vorher war sowohl für mich eine Strapaze als auch für die Menschen, die mir helfen wollten, aber nicht wussten, wie. Als meine Erklärungen falsch gedeutet worden sind – als Depression – und mein ständiges Verneinen dessen, wurde mir das so ausgelegt, dass ich die Symptome nicht richtig erkennen würde. Je frustrierter ich wurde, je mehr ich versuchte, klarzustellen, umso mehr wurde es mir als Querulantentum ausgelegt. Ich bekam den Stempel der Systemsprengerin. Ich störte. Störte schon durch meine Anwesenheit, weil man mit mir nichts anzufangen wusste.

Schlussendlich habe ich mich selbst entlassen und weiter gequält. Hatte keine Medikamente und die Psychologin hat verständnisvoll getan, war aber eigentlich nur genervt von mir – so wie ich genervt von ihr war.

Erst im Herbst bekam ich einen längeren Termin beim Psychiater und Neurologen und doch keine Psychopharmaka. Aus Gründen, die er mir erläuterte und die ich verstand. Wegen des Brugada-Syndroms, das ich habe, gibt es große Einschränkungen in der Medikation und das wollte er erst nach anderen Untersuchungen verordnen.

Mitte Oktober war es endlich so weit – meine generalisierte Angststörung wurde als solche erkannt und medikamentös behandelt.

Wir haben immer gelebt. Ich habe den Junioren auch in diesen schweren Zeiten ein schönes Leben bieten wollen und es geschafft (oftmals sehr zu meinen Ungunsten). Zum Handball sind wir alleine gegangen. Ich habe mich damals getraut und habe gefragt. Habe meinen ganzen Mut zusammengeklaubt und habe nach Begleitung gefragt.

Von da an ging’s bergauf. Erst fanden wir durch Hilfe einer langjährigen Freundin eine tolle verrückte Frau und dann durch Vermittlung des Herrn, den ich beim Handball fragte, eine andere tolle verrückte Frau: Diese hat uns zwei unterschiedliche Männer zugespielt. Sie ist inzwischen eine Freundin geworden.

Ich selbst bin offener, verstelle mich nicht mehr, bin mehr ich, als ich es je war, und bin authentisch. Ich finde mich gut – eigentlich das erste Mal in meinem Leben. Mein Umfeld ist entspannter, weil ich entspannter bin und mich nicht mehr so verbiegen lasse …

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Es ist noch nicht vorbei. Ich stehe am Anfang und ich habe Angst, aber auch einen riesengroßen Mut!

degradiert

Sehr lange Zeit ging es mir nicht gut.

– Oh verdammt, wie schreibe ich das jetzt, dass es nicht als allgemeiner Vorwurf gewertet wird? Und wie schreibe ich es einigermaßen anonym? –

Mir, beziehungsweise den Junioren sind Teilhabegelder zusammengestrichen worden. Auch deswegen, weil wir nicht genügend Helfer*innen haben. Ich war überfordert in den Verhandlungen und hatte, und habe noch, Angst vor einer bestimmten Person. Jetzt schreibt mich diese Person an, ob ich nicht einen Teil der rechtlichen Betreuung der Junioren in andere Hände geben möchte!

Auch jetzt während ich das hier schreibe zittern mir die Knie deswegen. Ich fühle mich bevormundet, fühle mich als nicht handlungsfähig angesehen und empfinde es als eine Übergriffigkeit sondergleichen. Tatsächlich fühle ich mich degradiert.

Ich weiß, dass ich nicht ewig so weitermachen kann, aber mein Wunsch ist es nicht die Entscheidungen aus der Hand zu geben, solange ich noch selbst agieren kann. Mein Wunsch ist, dass ich jemanden habe mit dem ich mich austauschen kann und der gegebenenfalls mit meinem Vertrauen handelt, wenn ich es nicht mehr kann!

Mir laufen die Tränen, ob dieser Bevormundung. Ich fühle mich gerade wieder sehr angstvoll und klein.

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18:09 Uhr – bevor ich eure Kommentare freischalte, möchte ich sagen, dass ich im Moment diese nicht beantworten kann. Eventuell punktuell später. Ich danke euch jetzt schon sehr für diese Kommentare!

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