Schlagwort: Behinderung

ach, der

 

Das ist doch der, der immer so laut ist
oder der, der immer die Nase in alles steckt

Aber auch der, der nie den Mund aufbekommt
wenn es was zu sagen gibt

Oder der, dem der Hals so schief steht

Nee, das ist der, der immer gut gelaunt ist
und alle freundlich anlacht.

© petra ulbrich

 

∙∙∙∙∙

Viele Kinder, viele verschiedene Behinderungen. Manche schüchtern, manche forsch. Einige (leider viele) weinen oder schreien, einige andere sind in sich gekehrt und tauen erst auf, wenn die Eltern kommen und sie aus der Betreuung abholen. 

Ich schlafe immer noch schlecht, habe aber kaum Zeit darüber nachzudenken, weil mein Vormittag hackedickevoll  mit Terminen ist. Physio, Wirbelsäulengymnastik, diverse Vorträge, Nordic Walking – alles bis 14:00 Uhr und dann musste ich noch Schwimmflügel für den Kerle kaufen – macht das mal Ende September, ihr bekommt kaum noch welche – und um kurz nach 15:00 Uhr habe ich meine Quasselstrippen aus der Betreuung abgeholt.  

Reizüberflutung

Viel zu viel, viel zu viel maskieren, viel zu viel Neues, viel zu viel von mir verlangt!

Ich will wieder Everybody’s Darling sein – klappt ja auch, ich bin charmant und den Menschen zugeneigt. Ich bemühe mich um Kontakte und merke erst im Nachhinein, dass ich mich völlig verausgabe. Dann ist es aber zu spät und dennoch muss ich weiter funktionieren, weil die Junioren ja nicht autark sind.

Dies Haus ist sehr hellhörig, es rennen Kinder, es schreien Kinder vor Freude, Zorn, Angst und Kummer – ich habe keine Ohrstöpsel, auch aus dem Grund nicht, weil ich meine Junioren dann auch nicht mehr wahrnehme.

Achtsamkeitsübungen – ich habe gerade versucht eine zu machen. Ich bin gnadenlos gescheitert.

Tatsächlich war der Tag schön. Tatsächlich hat mich dieser Tag gefordert. Tatsächlich bin ich grad am Limit und ich möchte der Mutter von diesem heulenden quengeligen nervigen Teenager von irgendwo auf dem Flur gerne sagen, dass man auch die Zimmertür zumachen kann!

14.9.23 – Tagebuchbloggen

Eigentlich wollte ich meinen gestrigen Tagesablauf bloggen – ich werde mich selbst zensieren. Wenn ich es wirklich schreiben würde, wären sehr viele böse Kommentare wieder da, denn es war ein reiner angstbeladener, stressiger, mit unnötigen Gesprächen – da manche Menschen mich als seelischen Mülleimer benutzen – mit Ankündigungen, die mich eher noch mehr einschränken als entlasten, behafteter Tag. 
Nachts habe ich mit einer Mitarbeiterin der Telefonseelsorge gesprochen, danach bin ich im Regen draußen herumlaufen. 

Am Morgen gucke ich ins Blog nach Kommentaren und sehe vier Hasskommentare bzw. kryptische Buchstabenreihen mit immer derselben IP-Adresse. Kein Zuspruch, weder von den Leuten, die sich bei mir ausheulen, noch von sonst wem.

Und wenn ich jetzt noch einmal diese Sprüche höre: Reiß dich doch mal zusammen! Sei nicht immer so undankbar! Was willst du eigentlich? Wenn du doch Hilfe kriegst, warum nimmst du sie nicht an? Alles aus der Ferne, dann fange ich an zu weinen. Vor Ort ist kaum eine*r, der/die auch nur die Rollstühle ins Auto hieft.

Ich ziehe jetzt die Junioren an!

 

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