Schlagwort: behinderte Angehörige

Alien und anderes

Meine Güte. Was für eine Nacht! Die Entführung ist gescheitert. Dafür musste alle Willenskraft geladen werden und der Kampf mit der Bettwäsche war ein harter.

Gewonnen hat schlussendlich der Kerle, der allerdings am Morgen erschöpft in den Seilen hing, aber dennoch stolz den Weg in die Lebenswerkstatt antrat.
Beim Töchting muss eine Schlacht Gut gegen Böse stattgefunden haben, denn Papa Schlumpf lag matt unter der Heizung.

Ich für meinen Teil bin glücklich, dass diese Nacht vorbei ist. Die Kampfnachwehen habe ich gesehen, der Morgenhimmel war blutrot und die ‚Sirdischen‘ haben sich in ihre Gemächer verzogen. Mögen sie dort bleiben. Auf lange Zeit, denn ich mag ihnen keinen Unterschlupf mehr gewähren. Mein Bedarf an nächtlichen Abenteuern ist gedeckt!

alt sein – alt fühlen

Carsten hat gestern einen Nerv getroffen. Einen Nerven, der schon länger blank liegt. Je älter ich werde, umso mehr schlaucht mich Außergewöhnliches. Sicherlich kein Wunder, denn die Kräfte schwinden, sie lassen nach. Morgens betrachte ich mein Gesicht und kann die Falten nicht zählen – es sind zu viele. Die Falten an sich stören mich nicht. Das Grau und die Augenschatten sind es, die mich gruseln lassen. Da hilft kaltes Wasser nur bedingt. Auch wenn ich wach bin und meine morgendliche Aufgabe zügig, lachend und aufmunternd erledige – weil am Montagmorgen beide Junioren so gar keine Lust haben – packe ich meine Arbeit an und das tue ich gerne. In dem Moment, in dem ich sie mache, läuft es auch. Wir sind ein eingespieltes Team. Ich kann vorhersagen, wann sie zetern, weiß, dass Wiebke keine Schuhe anziehen will, sehe Carsten dabei zu, wenn er im Schneckentempo seine Cola austrinkt. So langsam kommt die Zeit der Jacken und Mützen. Die Junioren mögen beides nicht. Jacken nicht, weil sie meistens so steif sind, dass sie sich noch schlechter bewegen können und Mützen aus Prinzip nicht. 

Wenn sie endlich aus dem Haus sind, war ich früher schon fertig. Heutzutage bin ich brotfertig und würde mich am liebsten wieder ins Bett legen. Geht nicht! Carsten hat ohne Windel geschlafen und Wiebke hat Saft im Bett ausgeschüttet…

… aber erst einmal male ich mir junge Augen an!

Klimt hat eine wunderbare Zeichnung einer alten Frau.

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