Eigentlich ist ja schon wieder eine Einschränkung. Aber manchmal trifft‘s eigentlich ganz gut: denn ich möchte einen meiner Morgen erzählen. Ich möchte Verständnis wecken – für mich und andere Menschen im Autismusspektrum, mit daraus resultierenden Angststörungen. Aber ich möchte es nicht zu öffentlich machen und doch wieder und dann doch wieder nicht! Weil ich Angst habe, an den Pranger gestellt zu werden. Wenn auch nicht öffentlich, so denn in den Köpfen der Leser*innen, die dies Blog als Boulevard sehen. Und für die, die nicht kommentieren und in ihren Köpfen die besten Ratschläge haben. Ich möchte Verständnis (nein das ist das falsche Wort), ich möchte wertgeschätzt werden. Wertschätzung ist das Zauberwort!
Aber bekomme ich das in einem Blog? Die Antwort weiß ich selbst: ist gar nicht so schlimm, wie ich’s in meinem Szenario gestalte!
Es bleibt noch einen passwortgeschützten Beitrag zu schreiben. Doch liest diese überhaupt jemand? Außerdem würde ich gerne wollen, dass manche Menschen meine geschützten Beiträge lesen, sie aber das Passwort nicht angefordert haben. Ich könnte es ihnen schicken!? Nee, könnte ich nicht, denn ich dränge niemanden etwas auf. Sie fragen vielleicht auch nicht, weil sie keine Abfuhr bekommen möchten. Dilemma. Schon wieder diese Ambivalenz!
Nichtsdestotrotz werde ich in der nächsten Zeit (Passwortanfrage) geschützte Beiträge schreiben, in denen ich meine Zerrissenheit besonders am Montagmorgen schildern möchte.
Je besser ein autistischer Mensch “funktioniert”, desto mehr Funktionieren wird erwartet, und desto weniger Unterstützung bekommt er. Die Anstrengung hinter dieser Leistung sieht niemand. Gut zu “funktionieren” bedeutet nicht, keine Unterstützung zu benötigen.